Buchs
«Vo Härze»: Harmoniemusik Buchs verzichtet beim Jahreskonzert wegen Corona auf Eintritt

Kollekte statt Fixpreis und Melodien, die die Seele streicheln: Die Harmoniemusik Buchs will endlich wieder fürs Publikum spielen. Und sie sucht Nachwuchs.

Nadja Rohner
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Die Harmoniemusik Buchs spielt jeweils auch am Maienzug; hier 2018.

Die Harmoniemusik Buchs spielt jeweils auch am Maienzug; hier 2018.

Chris Iseli

«Mit musikalischen Klängen im Herz berühren» – das will die Harmoniemusik Buchs. «Nach einem Jahr Zwangspause» lädt sie zu ihrem Jahreskonzert – zum ersten Mal, ohne Eintritt zu verlangen. Denn das Konzert kommt «vo Härze», und von Herzen soll auch die Kollekte kommen, die Besucherinnen und Besucher am 13. November (19.30 Uhr, Gemeindesaal Buchs) entrichten dürfen. «Wir wissen aufgrund der Zertifikatspflicht schlicht nicht, wie viele Besucher kommen werden, und lassen uns überraschen», begründet der Vereinspräsident Peter Ris den Verzicht auf einen fixen Eintrittspreis. «Wer weiss, vielleicht zahlt es sich ja aus.»

Der Konzertabend wird eröffnet durch das Jugendspiel Buchs. Die Harmoniemusik Buchs (unter der Leitung von Markus Geiser) sowie die Tambouren (unter der Leitung von Andy Gysi) haben ein abwechslungsreiches Programm einstudiert. Sie freuen sich, dem Publikum – es muss keine Masken tragen – herzergreifende Klassiker wie «ds Vreneli abem Guggisberg» oder das italienische Partisanenlied «Bella Ciao» vorzutragen.

Auch der Präsident ist froh, wenn mit dem Konzert wieder so etwas wie Normalität einkehrt. Peter Ris hat das Präsidium am 13. März 2020 von Stephan Niggli übernommen. Das war der Freitag vor dem ersten Lockdown. «Meine erste Amtshandlung als Präsident war, den Probebetrieb einzustellen – nicht das, was man sich wünscht», so Ris. Ganze drei Monate durfte die Harmoniemusik nicht gemeinsam proben, danach blieb eine kurze Vorbereitungszeit auf ein Platzkonzert vor der reformierten Kirche am 1. Juli. Und dann ging's in die Sommerferien.

Im Herbst hatten die Musikantinnen und Musikanten die Möglichkeit, im damals noch stehenden abbruchreifen Gewerbegebäude an der Gysistrasse zu proben – um unter den Vorgaben des Schutzkonzepts überhaupt noch Gesamtproben durchführen zu können. Gross war die Hoffnung, das Jahreskonzert 2020 durchführen zu können – aber die nächste Coronawelle fegte sie weg. Von Ende Oktober 2020 bis Mai 2021 war ein Probebetrieb nicht mehr möglich. Seither geht es bergauf. «Seit den Sommerferien können wir wieder uneingeschränkt proben», so Ris.

Die Harmoniemusik Buchs hat 25 aktive Musikantinnen und Musikanten mit Blasinstrumenten, hinzu kommen Tambouren, Fähnrich und Ehrendamen. Die Nachwuchssuche sei schwierig, sagt der Vereinspräsident. «Aber nicht nur bei uns. Der Nachwuchs im Bereich Blasmusik fällt nicht gerade von den Bäumen – weil viele in den Musikschulen mit Saiteninstrumenten beginnen und nur wenige später auf Blasinstrumente umsteigen.» Die Harmoniemusik sei aber daran, das Problem anzugehen. «Wir haben eine ausgezeichnete Beziehung zum Jugendspiel Buchs», betont Ris. Gerne sucht die Harmoniemusik auch neue Wege, um Musizierende aus der Region auf einer neuen Plattform zusammenzubringen: «Frequänz - vereint imPuls» heisst das neue Format (ab 26.2.22, Infos: www.frequaenz.ch). «Egal ob erfahrener Musikhase, Wiedereinsteigerin oder Frischling, ob Schichtarbeiter oder vereinsmüde Personen, welche nicht wöchentlich in eine Musikprobe sitzen möchten – alle sind hier willkommen», so der Präsident.

Das nächste ganz grosse Highlight wird für die Harmoniemusik im Frühsommer 2023 stattfinden. «Dann feiern wir unser 160-jähriges Bestehen, gepaart mit einer Neuuniformierung», die vergangenen 24 Jahre seien nicht spurlos an der aktuellen Uniform vorbeigegangen, so der Präsident. Vor diesem Hintergrund ist der Entscheid des Einwohnerrats, das Jugendfest nun doch 2022 und nicht erst 2023 stattfinden zu lassen, für die Harmoniemusik nicht nur von Vorteil, hat man doch auf Synergien gehofft. Nun wird halt zweimal gefeiert.

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