Buchs
Tony Süess (Die Mitte) will Gemeinderat bleiben: «Ich halte Andreas Glarner für einen guten Politiker»

Acht Männer wollen (wieder) in den Buchser Gemeinderat. Die AZ stellt sie anhand eines standardisierten Fragebogens vor. Heute: Tony Süess (Die Mitte).

Drucken
Teilen
Tony Süess ist im Gemeinderat zuständig für Finanzen und Steuern.

Tony Süess ist im Gemeinderat zuständig für Finanzen und Steuern.

Fabio Baranzini

Was stört Sie an Buchs?

Tony Süess: Mich stört wenig in Buchs, aber die wilde Abfallentsorgung bei ÖV-Haltestellen, Unterführungen sowie den offiziellen Entsorgungsstellen ärgert mich. Da wird einfach alles entsorgt – Kehricht in Säcken, Vasen, Keramik usw. Ganz nach dem Motto: «Aus den Augen, aus dem Sinn.» Der Abfall wird dann schon von jemandem entsorgt. Kein typisches Buchser Problem, aber es stört mich extrem.

Wie lange halten Sie es ohne Handy aus?

Ich werfe oft einen Blick darauf. In der heutigen digitalisierten, schnelllebigen Zeit wird das Handy immer mehr zum unverzichtbaren Arbeitsmittel und ersetzt oft Laptop oder Tablet. Für die Informationsbeschaffung ist es unerlässlich geworden. Daneben lese ich die Tageszeitung nur noch als E-Paper und halte mich auch sonst elektronisch auf dem Laufenden.

Seit Anfang Jahr im Ruhestand

Tony Süess (63) ist mit Rita Süess-Hächler verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Der Betriebsökonom war lange im Parlamentsdienst des Aargauer Grossen Rats tätig, wo er bei hoher Sitzungstätigkeit noch immer aushilft, obschon er seit Anfang dieses Jahres im vorzeitigen Ruhestand ist. Seinen Pfadinamen hat er vergessen, er war aber bei den Wölfli. Im Gemeinderat ist er für die Finanzen und die Steuern zuständig.

Warum sind Sie Politiker geworden?

Die Politik (lokal, kantonal, national, international) hat mich schon immer interessiert und fasziniert. Durch meine Tätigkeit im Parlamentsdienst des Kantons Aargau (Bereich Wortprotokoll des Grossen Rats) verstärkte sich mein Wunsch, aktiv in die lokale Politik einzusteigen, um im Dorf etwas bewegen zu können. Als ich 2013 angefragt wurde, ob ich mir eine Tätigkeit als Gemeinderat vorstellen könnte, habe ich nach kurzer Bedenkzeit zugesagt. Ich habe es nie bereut.

Warum ist Andreas Glarner ein guter Politiker?

Was macht einen guten Politiker aus? Über Andreas Glarner darf und kann man geteilter Meinung sein. Durch meine Tätigkeit im Parlamentsdienst war ich hautnah am politischen Geschehen dabei. Ich durfte knapp 300 Sitzungen des Grossen Rats begleiten, fast 100 davon im Saal des Grossratsgebäudes. Dadurch hatte ich mit vielen Mitgliedern des Rats direkten Kontakt. Die Begegnungen und Kontakte mit Andreas Glarner waren immer spannend und aufschlussreich. Obwohl ich seine politische Meinung oft nicht unterstützen kann, halte ich ihn für einen guten Politiker, weil er spürt, was die Menschen beschäftigt. Er hält den Finger oft auf den wunden Punkt. Er ist vielleicht hin und wieder zu emotional oder vergreift sich etwas im Ton. Aber er kämpft für die Sache und setzt sich auch für den Normalbürger ein. Etwas, was man leider nicht von allen Politikerinnen und Politikern sagen kann.

Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben?

Die Ausgabensteigerungen in den Bereichen Gesundheit und Sozialwesen haben Ausmasse angenommen, welche unseren Finanzhaushalt sprengen. Leider sind viele dieser Kosten durch die Gemeinden nicht beeinflussbar, weil einige Aufgaben und Finanzierungen von Bund und Kantonen an die Gemeinden verschoben wurden.

Wenn Sie einfach so könnten: Wofür würden Sie 10 Millionen Steuer-Franken ausgeben?

Wir müssen mit unseren Ressourcen haushälterisch umgehen. Deshalb würde ich mich durch Finanzierungshilfen für die Förderung von alternativen Energien einsetzen (Fotovoltaik, Solaranlagen, Wasserkraft, Biomasse etc.). Daneben würde ich auch mehr Mittel einsetzen für die Sanierung von Gebäuden, welche energetisch die heutigen Anforderungen nicht mehr erfüllen.

Trauern Sie dem Zukunftsraum nach?

Eigentlich nicht. Buchs hat schon immer mit den umliegenden Gemeinden in vielen Bereichen zusammengearbeitet. Dies wird auch künftig der Fall sein und muss allenfalls noch auf weitere Bereiche ausgedehnt werden. Ein Beitritt zum Zukunftsraum war in Buchs nicht mehrheitsfähig. Dies wurde durch zwei Bevölkerungsbefragungen bestätigt.

Soll Buchs vermehrt sparen oder den hohen Steuerfuss längerfristig akzeptieren?

Sparen ist kaum möglich. Der Anteil der gebundenen Kosten beträgt in Buchs ca. 90%. Das Sparpotenzial ist also äusserst klein. Bei der Budgetierung hinterfragen wir jeden Budgetposten und prüfen Alternativen. Solange die Investitionstätigkeit relativ hoch ist, ist eine Senkung des Steuerfusses kaum machbar.

Warum könnten Sie sich vorstellen, in «Little Istanbul» (Aarauerstrasse) zu wohnen?

Wir wohnen am Obstgartenweg, also nicht allzu weit von «Little Istanbul» entfernt. Das Quartier ist ruhig und schön. Die Aarauerstrasse ist sicherlich nicht die attraktivste Adresse in Buchs. Die Konzentration von unzähligen Coiffeursalons und fremdländischen Einkaufsmärkten ist heikel. Es besteht die Gefahr, dass das einheimische Gewerbe das Gebiet vermehrt verlässt. Die anstehende Sanierung der Aarauerstrasse wird dazu beitragen, dass dieses Gebiet aufgewertet wird.

Was finden Sie attraktiv an sich?

Sicher mein Lachen, meinen Humor, meine Zuverlässigkeit, Verlässlichkeit und Integrität.

Aktuelle Nachrichten