Buchs
SVP-Hasler kritisiert Kantonalpräsident Andreas Glarner: «Komm wieder zurück auf den Boden der Tatsachen!»

Der Chef der SVP Bezirk Aarau, Samuel Hasler (Buchs), richtet sich auf Facebook an Andreas Glarner und hält fest: «Diese Polemik ist einfach nur schädlich für unsere Partei.»

Nadja Rohner
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Samuel Hasler

Samuel Hasler

Fabio Baranzini

Der ehemalige Kantonalparteipräsident und SVP-Doyen Hans Ulrich Mathys sieht den Grund für das schlechte Abschneiden der SVP bei den Kommunalwahlen vom Wochenende klar in der Person des aktuellen Chefs der SVP Aargau, Nationalrat Andreas Glarner. Dieser «zerstört unsere Partei», sagte er im Interview mit der AZ.

Nun meldet sich einer zu Wort, der sonst gerne eine ähnliche Rhetorik pflegt wie Andreas Glarner: Samuel Hasler. Der 24-Jährige Buchser Einwohnerrat, SVP-Ortspräsident und Chef der Aarauer Bezirkspartei gehört zu jenen, die am Wochenende eine Wahlniederlage einfuhren . Hasler trat an, um den Sitz des langjährigen SVP-Gemeinderats und Vizeammanns Hansruedi Werder zu verteidigen. Er erzielte allerdings von allen acht Kandidaten das schlechteste Resultat und erreichte als einziger das absolute Mehr nicht.

Am Dienstagmorgen nun holte Hasler zur Breitseite gegen Andreas Glarner aus: Auf Facebook gab er Barbara Borer-Mathys, die auf Tele M1 den Kurs des Kantonalparteipräsidenten kritisierte, recht. «Diese Wahlniederlage hat definitiv mit der Person Andreas Glarner zu tun», schreibt Hasler. Es könne nicht sein, dass die SVP im Aargau fast 15 Gemeinderatssitze verliere, aber man die Schuld bei den Ortsparteipräsidenten suche. «Jeder Ortsparteipräsident in meinem Bezirk hat mehr für diese Wahlen geleistet als unser Kantonalpräsident», so Hasler weiter. Weiter:

«Diese Glarner-Polemik ist einfach nur noch schädlich für unsere Partei! Sie spaltet uns und führt zu zahlreichen Austritten und Niederlagen.»

Und direkt an Glarner: «Lieber Andy, komm wieder zurück auf den Boden der Tatsachen!»

Samuel Hasler, der bisher durch grosses Engagement für seine SVP aufgefallen war, musste als Ortsparteipräsident auch schon Kritik von Andreas Glarner einstecken. Dieser hatte die Buchser öffentlich kritisiert, weil der Vorstand der Ortspartei sich geweigert hatte, die «Burkaplakate» im Dorf aufzuhängen. Hasler, der im Komitee für die Initiative sass und die Plakate zweifellos gerne im Dorf gesehen hätte, fügte sich öffentlich der Mehrheitsmeinung im Ortsparteivorstand und vertrat die Entscheidung, auf die umstrittenen Sujets zu verzichten. Einigkeit gegen Aussen zu demonstrieren und sich nicht innerhalb der Partei gegenseitig zu kritisieren, ist ihm sowieso wichtig, wie dieser Facebookpost zeigt:

Hasler bewirtschaftete aber beispielsweise das Thema der Flüchtlinge als Störenfriede und Sozialhilfebezüger in ähnlicher Form wie die Parteikollegen Glarner und Martina Bircher. So hatte Hasler namens der Ortspartei gefordert, man müsse die Asylunterkunft Casa Torfeld in Buchs schliessen. Und kürzlich hat einer seiner Ziehväter, der mittlerweile aus der SVP ausgetretene Wolfgang Schibler, nicht nur Glarner kritisiert, sondern auch Hasler, der zu stur auf Parteilinie sei.

Mehr zu Samuel Hasler in diesem Portrait anlässlich seiner Nationalratskandidatur 2019 und in diesem Fragebogeninterview zu seiner Gemeinderatskandidatur 2021.

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