Buchs
Neues Kehrichtfahrzeug kann zwei Strassen nicht befahren – der Einwohnerrat hat Fragen

«Wie kommt es dazu, dass die Gemeinde trotz zweimaliger Analyse dieses Geschäftes ein Fahrzeug beschafft, das nicht alle Strassen befahren kann?», will das Buchser Parlament wissen. Der Gemeinderat erklärt, wieso die Anwohnenden ihren Güselsack nun einige Meter tragen müssen.

Nadja Rohner
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Im März wurde das neue Kehrichtfahrzeug geliefert. Bei den Probefahrten stellte sich heraus, dass es, im Gegensatz zum Vorgängermodell, zwei Strassen nicht befahren kann. «Wenn wir das im Voraus gewusst hätten, hätten wir es trotzdem gekauft», so der Gemeindepräsident.

Im März wurde das neue Kehrichtfahrzeug geliefert. Bei den Probefahrten stellte sich heraus, dass es, im Gegensatz zum Vorgängermodell, zwei Strassen nicht befahren kann. «Wenn wir das im Voraus gewusst hätten, hätten wir es trotzdem gekauft», so der Gemeindepräsident.

zvg

Buchs hat nach einigem politischen Hin und Her ein neues Kehrichtfahrzeug gekauft. Im März wurde der gasbetriebene Scania in Betrieb genommen. Doch nun wurde das Fahrzeug erneut im Einwohnerrat diskutiert. Hintergrund war eine überparteiliche, von zahlreichen Ratsmitgliedern unterzeichnete Anfrage.

Denn: «Querstrassen zur Jakob-Bächli-Strasse, der Birkenweg und der Lärchenweg, sind nun nicht mehr durch das Kehrichtfahrzeug befahrbar», schreiben die Anfragesteller. «Wie kommt es dazu, dass die Gemeinde trotz zweimaliger Analyse dieses Geschäftes ein Fahrzeug beschafft, das nicht alle Strassen befahren kann?»

Gemeindepräsident Urs Affolter führt aus, dass es «in Buchs eine ganze Reihe von Strassen gibt, die keiner Norm entsprechen». Sie seien eng, die Einlenker und die seitlichen Bankette stimmten nicht. Bereits mit dem alten Kehrichtfahrzeug hätten rund 450 Haushalte nicht direkt bedient werden können. «Das ist nichts Aussergewöhnliches und kommt auch in anderen Gemeinden vor.»

Mit dem neuen Fahrzeug seien nun zwei weitere hinzugekommen. Und dass der parallel zu diesen betroffenen Strassen verlaufende Obstgartenweg noch befahren werden könne, habe nichts damit zu tun, dass dort ein Mitglied des Gemeinderats wohne, wie behauptet werde, sondern schlicht damit, dass es noch knapp möglich sei. «Wenn wir bereits explizit beim Zuschlag gewusst hätten, dass zwei Strassen nicht mehr befahren werden können, hätten wir das Fahrzeug trotzdem gekauft. Es gibt gar keins, mit dem man in jeden kleinen Weg reinfahren kann.»

Verhandlungen wegen Sammelstellen laufen

Im März 2021 hatte Reto Bianchi (GLP) ein Postulat eingereicht, in dem er forderte, dass der Gemeinderat die Auslagerung der kommunalen Sammelstellen an private Unternehmen prüfe. «Da wir in Buchs zwei Sammelhöfe (Recyclinghöfe) von Privaten haben, ist es wenig sinnvoll, einen eigenen Sammelhof für Separat- und Wertstoffabfälle zu führen und zu unterhalten», schrieb Bianchi. Wie der Gemeinderat nun orientierte, sei er daran, entsprechende Verhandlungen zu führen. Es dauere aber noch einen Moment.

Die Frage aus dem Rat, ob es stimme, dass «gewisse Einwohner an Abfuhrtagen ihre Parkplätze nicht mehr benutzen dürfen», ärgerte Affolter offenbar: «Was stellt ihr euch vor?», sagte er an den Rat gerichtet. «Wenn jemand einen bewilligten Parkplatz hat, kann es doch nicht sein, dass er diesen nicht mehr benutzen darf, weil der Werkhof irgendwo durchfahren muss.»

Aber es gebe Orte, an denen die Leute ihre Autos abstellen, obwohl sie das nicht dürften. «Wir haben verzichtet, dem nachzugehen, weil wir nicht noch weiter Öl ins Feuer giessen wollten, aber: Wenn man ein Auto mehr als zwei, drei Mal im Jahr irgendwo hinstellt, gilt das als Parkplatz und bräuchte eine Baubewilligung.»

Kritisiert wurde aus dem Rat, dass die betroffenen Anwohner des Lärchen- und des Birkenwegs nur zwei Wochen im Voraus darüber informiert worden seien, dass das Kehrichtfahrzeug nicht mehr bis zu ihrem Haus fahren werde. Früher sei das nicht möglich gewesen, erklärte Affolter, man habe das Fahrzeug erst dann erhalten. «Aus unserer Sicht reicht es aber, wenn man den Anwohnern zwei Wochen vorher sagt, dass sie den Kehrichtsack nicht mehr vor dem Haus deponieren können, sondern 50 Meter weit laufen müssen.»

Indes: Martin Gysi (EVP) wies darauf hin, dass es nicht um die Säcke gehe, sondern eben um die unbewilligten Parkmöglichkeiten: «Es ist klar, dass sich Leute ärgern, wenn es heisst: ‹In zwei Wochen könnt ihr das Auto nicht mehr hier hinstellen.›» Eine Anwohnerin hält derweil gegenüber der AZ fest, dass die Autos keineswegs nur irgendwo auf der Strasse abgestellt seien– eines davon befinde sich beispielsweise an einer Stelle eines Privatgrundstücks, die seit über zehn Jahren als Parkplatz benutzt werde.

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