In Buchs gab der Artikel über den 16-jährigen somalischen Staatsangehörigen A. E. mächtig zu reden. Der junge Mann, in Aarau geboren und in der Region aufgewachsen, will Schweizer werden. Der Gemeinderat beantragt beim Einwohnerrat jedoch, gestützt auf die Empfehlung der Einbürgerungskommission, das entsprechende Gesuch abzulehnen. In der Einwohnerratsbotschaft wird das umfangreich begründet, unter anderem mit der Arbeitslosigkeit und den vielen Schul-Absenzen des Teenagers. Er soll ausserdem bei den Gesprächen mit der Kommission gelogen haben. Die vollständige Einwohnerratsbotschaft war, wie alle Parlamentsgeschäfte, auf der Buchser Website für jeden einsehbar. Bis vorgestern. Dann hat die Gemeindeverwaltung alle Einbürgerungsgesuche vom Netz genommen. Weshalb?

Wie Gemeindeschreiberin Cornelia Byland auf Anfrage der AZ ausführt, sei Buchs vom Kanton darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Botschaft zu den Einbürgerungen zwar per Post verschickt werden kann – auch an Nicht-Einwohnerräte –, aber ohne Einwilligung aller Beteiligter nicht im Internet einsehbar sein darf. Das gilt im Übrigen auch für Gemeinden mit Gemeindeversammlungen, die ihre «Gmeindsbüechli» ins Netz stellen. Der Grund liegt darin, dass die Botschaft einige persönliche Details zu den Gesuchstellern enthält, etwa den Arbeitgeber. «Die Publikation im Internet stellt eine andere Stufe von Öffentlichkeit her als das Verschicken per Post», erklärt Cornelia Byland. «Es war uns nicht bewusst, dass die Online-Publikation nicht erlaubt ist. Wir haben die Unterlagen umgehend vom Netz genommen.» Gestattet ist weiterhin die Publikation der Traktandenliste, auf der nur die Namen der Einbürgerungskandidaten stehen – und ob der Gemeinderat die Einbürgerung beantragt oder nicht. (NRO)