Buchs
Anton Kleiber (FDP) will Vizeammann werden: «Die fixen Ausgaben machen es schwierig, eine Gemeinde kreativ zu gestalten»

Acht Männer wollen (wieder) in den Buchser Gemeinderat. Die AZ stellt sie anhand eines standardisierten Fragebogens vor. Heute: Anton Kleiber (FDP).

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Anton Kleiber ist aktuell Gemeinderat und unter anderem zuständig für Schule und Alter. Neu kandidiert er auch als Vizeammann.

Anton Kleiber ist aktuell Gemeinderat und unter anderem zuständig für Schule und Alter. Neu kandidiert er auch als Vizeammann.

Fabio Baranzini

Was stört Sie an Buchs?

Anton Kleiber: Buchs hat als Wohn- und Arbeitsort sehr viel positive Punkte: Zentrumsnähe, ruhige Quartiere, Nähe zur Natur, verschiedene Unternehmen, die Arbeitsplätze anbieten, eine politisch stabile Situation und mehr. Auf der anderen Seite haben wir Herausforderungen, die wir aktiv angehen müssen: Wir haben Investitions- und Innovationsbedarf, den wir mit einer Ausgabendisziplin lösen müssen. Ich möchte, dass Buchs ein intakter Lebensraum ist und bleibt, was mit dem Bevölkerungswachstum in Einklang gebracht werden muss. Damit wir in der Region bestehen und mitbestimmen können, muss sich Buchs weiter vernetzen und die bestehenden Kooperationen pflegen. Das soll aber in kleinen und wohlüberlegten Schritten geschehen.

Wie lange halten Sie es ohne Handy aus?

Das Handy ist für mich Mittel zum Zweck und vereinfacht meine Kommunikation geschäftlich, privat und in der Politik. Wenn ich aber Freizeit habe, dann ist das Handy ausgeschalten oder nicht dabei: beim Sporttreiben, privaten Tätigkeiten oder einfach nur, wenn ich meine Ruhe haben will.

Warum sind Sie Politiker geworden?

Das Gemeindeleben mitzugestalten, sinnvolle Projekt anzugehen und Lösungen für offene Fragestellungen oder Probleme zu suchen und zu finden, sind spannende Aufgaben. Als Gemeinderat kann und konnte ich das fast acht Jahre tun. Es ist sehr anstrengend, aber auch für mich privat und beruflich bereichernd und interessant. Als junger Mensch konnte ich von der Gemeinde, den Vereinen, den Menschen im Dorf profitieren und hoffe nun, mit meiner Arbeit etwas zurückgeben zu können.

Warum ist Andreas Glarner ein guter Politiker?

Um zu beurteilen, ob Herr Glarner ein guter Politiker ist, müsste ich noch besser und tiefer in seine politische Arbeit Einblick haben. Die Aussagen in der Öffentlichkeit lassen den Schluss zu, dass er spaltet. Das wiederum gehört vermutlich zu seinem politischen Kalkül.

Schule in Beruf und Amt

Anton Kleiber (59) und seine Frau Doris Kleiber haben drei Kinder. Er ist Schulleiter in Dielsdorf und hat auch im Gemeinderat das Ressort Schule inne. In dieser Funktion kämpfte er an vorderster Front für die Schulfusion und sitzt von Amtes wegen im Kreisschulrat. Ausserdem obliegt ihm der Bereich Alter. Nun bewirbt er sich um das Amt des Vizeammanns. 

Wofür werden zu viele Steuergelder ausgegeben?

Die fixen Ausgaben, die die Gemeinde nicht beeinflussen kann, haben eine Dimension erreicht, die es schwierig macht, eine Gemeinde kreativ zu gestalten. Der Handlungsspielraum wird dadurch kleiner. Es wäre wünschenswert, wenn dieser Teil kleiner würde. Die Autonomie der Gemeinde würde dadurch gestärkt.

Wenn Sie einfach so könnten: Wofür würden Sie zehn Millionen Steuer-Franken ausgeben?

Ich träume auch gerne, weiss aber, wie die Realität in Buchs aussieht. Den Betrag würde ich in drei Themenfelder aufteilen: Investitionen – Infrastrukturprojekte der Gemeinde; Projekte zu Gesundheit – Alter (beispielsweise Erstellen eines Altersleitbildes – Steuerung der Pflegeversorgung in der Region); Projekte der regionalen Zusammenarbeit (zum Beispiel vermehrte Koordination von Natur- und Klimafragen, soziale Fragestellungen und so weiter).

Trauern Sie dem Zukunftsraum nach?

Der Zukunftsraum wurde von der Bevölkerung abgelehnt. Dieser demokratische Entscheid ist zu akzeptieren. Wir haben die Chance, unsere Vernetzung und Zusammenarbeit in der Region selber zu bestimmen. Nutzen wir diese Möglichkeit.

Soll Buchs vermehrt sparen oder den hohen Steuerfuss längerfristig akzeptieren?

Der zukünftige Gemeinderat muss mit einer durchdachten Planung die Finanzen in den kommenden Jahren stabilisieren. Das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben ist zentral und anstehende Investitionen müssen finanzierbar sein. Der Steuerfuss ist der Situation entsprechend möglichst gering zu halten.

Warum könnten Sie sich vorstellen, in «Little Istanbul» (Aarauerstrasse) zu wohnen?

Wo man seinen Wohnort wählt, ist aus meiner Sicht abhängig von der privaten Situation und seinen finanziellen Möglichkeiten. Mit einer Familie ziehe ich ein ruhiges Quartier, ein Haus mit einem Garten und guten Anbindungen an ÖV, Einkaufsmöglichkeiten, vertretbaren Schulwegen und Nachbarn, die sich gegenseitig respektieren, vor. An meinem aktuellen Wohnort ist das der Fall. Die Aarauerstrasse ist in vieler Hinsicht ein belebter und bunter Ort, der andere Menschen mit anderen Wohnansprüchen anzieht. Diese Tatsache zeigt, dass Buchs für viele unterschiedliche Menschen ein interessanter Wohnort sein kann.

Was finden Sie attraktiv an sich?

Nun, ob und in welcher Hinsicht ich attraktiv bin, fragen Sie am besten meine Frau. Ich denke, dass sie dazu eine Antwort geben kann. :-)

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