Aarau
Brügglifeld: Spielabbrüche sind selten – auch bei widrigen Bedingungen

Das Aarauer Brügglifeld sollte ab Mai 2015 über eine Rasenheizung verfügen. Das will die Swiss Football League. Doch widrige Bedingungen sind für Fussballer an der Tagesordnung. Schwierigkeiten sind auch in neuen Stadien nicht ausgeschlossen.

Michael Hunziker
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Heftiger Regen fiel beim Heimspiel des FC Aarau gegen Vaduz Anfang August dieses Jahres. Die Partie wurde schliesslich abgesagt.Freshfocus

Heftiger Regen fiel beim Heimspiel des FC Aarau gegen Vaduz Anfang August dieses Jahres. Die Partie wurde schliesslich abgesagt.Freshfocus

Jedes Schweizer Super-League-Stadion soll ab nächstem Mai mit einer Rasenheizung ausgestattet sein. So will es die Swiss Football League – und bringt damit den FC Aarau in die Bredouille. Denn weil sich der Bau des neuen Stadions im Torfeld Süd wegen einer Beschwerde verzögert, müsste das Brügglifeld mit einer Millionen-Investition auf Vordermann gebracht werden. Sonst können die Auflagen nicht erfüllt werden. Mit einer Ausnahmebewilligung, um weiter am alten Standort Fussball spielen zu können, rechnet FCA-Vizepräsident Roger Geissberger nicht.

Ziel der Swiss Football League sei es, die Bedingungen in den Stadien zu verbessern, sagt der Kommunikationsverantwortliche Philippe Guggisberg. «Mit einer Rasenheizung sowie einer Entwässerung können einige Probleme – besonders in den Wintermonaten – ausgemerzt werden.»

Schlecht für Besucherzahlen

Heute tritt der FC Aarau zwar immer wieder unter widrigen Umständen an. Spielabbrüche kommen allerdings selten vor. In Erinnerung ist die Partie Anfang August dieses Jahres gegen Super-League-Aufsteiger Vaduz, die nach sintflutartigen Regenfällen abgesagt wurde.

FCA-Sportchef Urs Bachmann spricht von einem aussergewöhnlichen Ereignis. Innert kürzester Zeit seien 25 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Da hätten wohl auch auf anderen Plätzen Probleme auftreten können. Trotzdem: Untersuchungen der Swiss Football League haben gemäss Bachmann ergeben, dass der Unterbau sowie die Drainagen im Brügglifeld nach Jahrzehnten in Betrieb nicht mehr im besten Zustand seien.

Muss ein Spiel abgesagt werden, sind für Bachmann die Nachteile klar. Als Stichworte nennt er den grossen Aufwand, der sich nicht auszahlt, sowie das Verschiebedatum, das im dichten Spielplan schwierig zu finden ist. Spielabbrüche wirken sich laut dem Sportchef überdies negativ auf die Besucherzahlen aus. Denn falle in einer späteren Partie wieder Regen oder liege Schnee, überlegen sich die Fans zweimal, ob sie die Reise ins Brügglifeld überhaupt antreten wollen.

Nicht zuletzt fallen durch Spielabbrüche Mehrkosten an, wie FCA-Vizepräsident Roger Geissberger nach der Partie gegen Vaduz im August gegenüber der Aargauer Zeitung ausführte. So mussten die Ausgaben für die Sicherheitskräfte – Polizei und Securitas – zweimal berechnet werden. Gegen Vaduz kamen rund 50 000 Franken zusammen, was dem Betrag eines Hochrisikospiels entsprach.

Schwierigkeiten nie ausgeschlossen

In der Schweiz herrsche eine spezielle Konstellation, erklärt Philippe Guggisberg von der Swiss Football League. Die Stadien von einigen wenigen Super-League-Clubs seien älteren Jahrgangs oder – wie in Sion, St. Gallen oder Bern – über 500 m ü. M. gelegen. «Dort kann der Spielbetrieb schwierig werden bei starken Regenfällen, Schnee oder kühlen Temperaturen.»

Entscheidend seien die Länge und Intensität des Winters. Aber selbst in neueren Stadien seien Schwierigkeiten nie ganz ausgeschlossen, räumt Guggisberg ein, und erwähnt den Vorfall bei YB, als im Spätherbst ein Spiel wegen Schnee auf dem Stadion-Dach abgesagt werden musste.

Eine Rasenheizung sowie eine Entwässerung habe einen weiteren Vorteil, fährt Guggisberg fort. Denn grundsätzlich gelte: je besser der Platz, desto besser die Qualität des Spiels. «Um den hohen Ansprüchen genügen zu können, werden immer höhere Anforderungen an das Terrain gestellt.» Guggisberg spricht von einem ganzen Paket, zu dem neben dem Unterbau der Plätze ab der kommenden Saison auch der Bereich der Rasenpflege gehört.

Auf die Frage, welches Probleme sich dem Schweizer Fernsehen stellen, wenn Super-League-Spiele abgesagt werden, wollte Caroline Kalberer von der SRF-Medienstelle keine Auskunft geben. Sie verwies auf den Sender Teleclub, den Partner der Super League. Dort waren gestern auf schriftliche Anfrage kurzfristig keine Angaben erhältlich.