Aarau
Bootsverein sucht Motorboot-Kapitäne in Aarau

Der Bootsverein Aaretal möchte bei der alten Badi einen Bootssteg errichten. Das schwierigste Hindernis wird wohl der Widerstand in der Bevölkerung: Motorbote auf der Aare – das wird in den Ohren der Aarauer nach Lärm klingen.

Sabine Kuster
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Christoph Schenk vom Bootsverein, zeigt, wo der Bootssteg zu liegen kommen könnte.

Christoph Schenk vom Bootsverein, zeigt, wo der Bootssteg zu liegen kommen könnte.

Christoph Voellmy

Ja, man darf auf der Aare bei Aarau Motorboot fahren. Zwar bloss mit 20 km/h in der Stunde, aber man darf. Dass man in Aarau kaum je eines sieht, liegt einerseits daran, dass, die Aare bei Aarau von zwei Flusskraftwerken unterbrochen ist, und dass es andererseits in Aarau keinen Standplatz gibt.

Dies möchte der Bootsverein Aaretal mit Sitz in Schinznach-Bad ändern. Er sucht neue Mitglieder für einen neuen Bootsteg bei der alten Badi in Aarau. «Wir würden gerne einen Sektions-Ableger in Aarau machen», sagt der Präsident des Vorstandes, Christoph Schenk, der selbst in Aarau wohnt. Er findet: «Im Aargau wird die Aare fast nur ab Rupperswil abwärts befahren. Es ist doch schade, dass die Aare bei Aarau nicht stärker genutzt wird – sie ist hier wunderschön und hinauf bis zum Bielersee relativ einfach zu passieren.» Die Kraftwerke seien für die Bootsbesitzer eher eine mentale Schranke.

Bald kommt eine gute Gelegenheit

Das wirklich mühsame Hindernis – das Flusskraftwerk Rüchlig – wird nun umgebaut und soll einfacher passierbar werden. Zudem wird 2015 oberhalb davon das Kraftwerk der IBAarau neu gebaut und während dessen der Wasserstand der Aare im Kanal gesenkt – eine ideale Gelegenheit für den Bau eines Bootssteges, findet Christoph Schenk.

Doch das schwierigste Hindernis wird wohl der Widerstand in der Bevölkerung: Motorbote auf der Aare – das wird in den Ohren der Aarauer nach Lärm klingen. Schenk jedoch erinnert an die Geschwindigkeitslimite von 20 km/h, die den Wellenschlag am Ufer verhindere, und sagt: «Bei uns geht es ums Geniessen oder Fischen, nicht um den Speed.» Die Boote seien ausserdem nicht laut und heutzutage umweltverträglich.

Auch sei keineswegs ganze Flotte von Kleinmotorboten zu erwarten: «Von unseren 20 Booten in Schinznach fahren an einem schönen Tag drei, vier aus», mehr wären es auch in Aarau nicht, verspricht er. Nur 12 Boote sollen in Aarau ankern.

100 Meter lang, 1 Meter breit

Der neue Bootssteg soll rund 100 Meter lang und einen Meter breit werden, solide aus Strahl und fest im Ufer verschraubt. So sieht auch der Bootssteg in Schinznach-Bad aus. Als dieser vor zwölf Jahren gebaut wurde, kostete er 200000 Franken – ein heutiges Projekt käme wohl teurer. Bezahlen sollen das die Neu-Mitglieder selbst, die Schenk nun erst noch finden muss, bevor er bei der Stadt eine Bewilligung beantragen kann.

Der Bootssteg soll – wenn er denn kommt – oberhalb der alten Badi am nördlichen Aareufer zu liegen kommen. Dort, wo ein paar Aarauer vor einem Jahr eine neue Flussbadi errichten wollten. Dies sei der einzige Ort, wo ein Bootssteg bei Aarau möglich sei, sagt Schenk, dies hätten Abklärungen mit der IBAarau, der Stadt und Umweltschutz-Organisationen ergeben.