Holziken
Bogenschützen müssen verschwinden

Der Kanton fordert den Bogenclub auf, innert fünf Jahren einen anderen Platz zu suchen.

Barbara Vogt
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Die Bogenschützen haben ihre Scheiben immer auf einer Wiese nahe der Uerke stehen. Doch das ist nicht zonenkonform. Toni Widmer

Die Bogenschützen haben ihre Scheiben immer auf einer Wiese nahe der Uerke stehen. Doch das ist nicht zonenkonform. Toni Widmer

Aargauer Zeitung

Der Bogenclub Suhrental verliert seinen Trainingsplatz in Holziken. Die Scheiben stehen in der Landwirtschaftszone. Laut Raumplanungsrecht sei dies nicht zonenkonform, so Felicitas Siebert, Leiterin der Abteilung Baubewilligungen beim Baudepartement.

Die Verfügung aus Aarau kommt nach über fünf Jahren. Als der Bogenclub Suhrental 2005 auf einer Wiese der Holziker Ortsbürgergemeinde zu trainieren begann, hätten die Schützen eine Baubewilligung für das Aufstellen der Scheiben einreichen müssen. Was sie unterliessen. Das merkte man in Aarau. Allerdings wurde das Verfahren wegen Personalwechsel nie abgeschlossen. Jetzt rollt die Abteilung Baubewilligung den Fall wieder auf.

Bogenscheiben seien nicht standortgebundene Bauten und deshalb in der Landwirtschaftszone nicht erlaubt, erklärt Felicitas Siebert. Sie räumt aber ein, dass die Bogenschützen weder eine Gefährdung für Mensch oder Wildtier darstellten.

Deshalb erhält der Bogenclub Suhrental Zeit, einen neuen Platz zu finden. Fünf Jahre gibt ihm der Kanton dafür. «Die Bogenschützen sind uns sympathisch», sagt Siebert. «Gleichwohl müssen wir das Gesetz einhalten. Unsere Frist erscheint uns grosszügig.»

Die Bogenschützen sind über den Entscheid aus Aarau enttäuscht. «Zumindest haben wir Zeit, uns nach einer anderen Trainingsmöglichkeit umzusehen», sagt Vereinspräsident Roberto Villanueva.

Die Wiese nahe der Uerke und der Reithalle sei optimal. «Wir sind ungestört und richten keinen Schaden an», sagt Villanueva. Im Gegenteil: «Spaziergänger schauen uns gern zu. Einige waren derart begeistert, dass sie selbst mit dem Sport anfingen.» Auch pflegen die Schützen mit dem Bauern, der das Land bewirtschaftet, ein gutes Verhältnis. Für die Benutzung des Landes zahlen sie ihm jährlich 500 Franken.

Einen neuen Standort zu finden, dürfte für die 60 kleinen und grossen Schützen schwierig werden. Das befürchtet auch der Präsident: «Wir brauchen Platz. In der Bauzone gibt es kaum Orte, wo wir unsere schweren Scheiben permanent stehen lassen können.» Eines weiss der Club: Er will unbedingt in der Region Schöftland bleiben.