Biberstein
Blutiger Wildsau-Angriff auf Jagd-Helfer – für den war es ein «faszinierendes Erlebnis»

Bei der Jagd in Biberstein hat eine Wildsau einen Helfer angegriffen. Der wurde verletzt – und will die Jagdprüfung trotzdem absolvieren.

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Eine Wildsau hat einen Helfer bei der Treibjagd in Biberstein angegriffen und verletzt. Mit ihren Eckzähnen biss sie zu – der junge Mann trug eine tiefe Schnittverletzung am Knie davon. Er musste die Wunde im Spital nähen lassen. Zum Angriff kam es am vorletzten Wochenende bei der Jagdgesellschaft Biberstein, wie TeleM1 berichtet. Jäger erlegten die wild gewordene Wildsau. Der junge Treiber wollte vor der Kamera nicht zur Attacke äussern.

"Kämpfen um ihr Leben"

Wildsäue gelte als scheue Tiere. Rainer Klöti, Präsident des Aargauischen Jagdschutzvereins, war trotzdem nicht überrascht, als er von der Attacke hörte. "Wildlebende Tiere, die sich bedrängt fühlen und allenfalls verletzt sind, kämpfen um ihr Leben", erklärt er. In so einer Situation sei es möglich, dass eine Wildsau ausnahmsweise auf einen Menschen losgehe.

Schiesst ein Jäger auf eine Wildsau, gilt es laut Klöti mehrere Minuten zu warten und das Tier zu beobachten. Im Zweifelsfall sollte ein Treiber warten und die Jagdleitung informieren, damit diese einen Jäger vorschicken kann.

Der junge Treiber hat trotz der Schrecksekunden offenbar nicht die Freude an der Jagd verloren, wie der höchste Aargauer Jäger erfahren hat. "Der junge Treiber hat sogar gesagt, er wolle die Jagdprüfung machen", erzählt Klöti. "Ihn hat das nicht beängstigt, sondern für ihn war das ein faszinierendes Erlebnis." (pz)