Aarau
Blumen-Kunst: Fast 40 Prozent mehr Besucher

Die Ausstellung «Blumen für die Kunst» im Aargauer Kunsthaus war ausserordentlich gut besucht. Das hat aber nichts mit dem «Bestatter» zu tun.

Nadja Rohner
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Vor dem Kunsthaus stehen die Leute im strömenden Regen Schlange, um die Ausstellung "Blumen für die Kunst" zu sehen.

Vor dem Kunsthaus stehen die Leute im strömenden Regen Schlange, um die Ausstellung "Blumen für die Kunst" zu sehen.

Das schreit nach einer Fortsetzung: Tausende Kunst- oder Blumenliebhaber wollten letzte Woche sehen, wie Floristen Werke aus der Sammlung des Aargauer Kunsthauses interpretierten. Die Ausstellung «Blumen für die Kunst» ging am Sonntag zu Ende. Und sie war so erfolgreich, dass es 2018 ganz sicher eine fünfte Ausgabe geben wird. «Mit 16 484 Besucherinnen und Besuchern haben wir die Zahl von 2016 – 11 800 Personen – deutlich übertroffen», sagt Kunsthaus-Kommunikationsverantwortliche Filomena Colecchia. Die zahlreichen Führungen, die Künstlergespräche und der Workshop für Familien waren ausgebucht. Man sei «sehr zufrieden» mit diesem Besucheraufmarsch bei «Blumen für die Kunst», zumal viele der Gäste auch die anderen aktuellen Ausstellungen besucht hätten und so das ganze Kunsthaus entdecken konnten. «Alles hat sehr gut geklappt, zum Beispiel das Blumen-Bistro auf dem Kunsthaus-Dach und der Shop», so Colecchia. Man habe insgesamt mehr Platz geschaffen und so «die Situation im Foyer entspannt».

Dass das Aarauer Kunsthaus diesen Andrang seinem äusserst prominenten Auftritt in der letzten «Bestatter»-Staffel zu verdanken hat, kann Colecchia nicht bestätigen. Sie hält «die Mund-zu-Mund-Werbung und sicher auch die mediale Präsenz» für wichtiger. Erstmals war ein Florist aus der Romandie dabei (Rémy Jaggi aus Trélex bei Nyon). Dies dürfte die dortige Medienpräsenz und folglich den Besucherandrang aus den westlichen Landesteilen erhöht haben. Zudem gab es mit den Meisterfloristen Ueli Signer und Florian Seyd aus Amsterdam zum ersten Mal eine internationale Beteiligung.

Auch beim Tourismusbüro aarau info ist man zufrieden mit der letzten Woche. «In der Altstadt waren deutlich mehr Frauen-Grüppchen unterwegs als sonst», sagt Corinne Gubler. «Und viele von ihnen waren bei uns, um sich über die Stadt und die Sehenswürdigkeiten zu informieren.» Erstmals waren bei aarau info im Vorverkauf Tickets für die Ausstellung und Reservationen für die Führungen erhältlich. «Das wurde rege genützt», so Gubler.

Optimierungspotenzial hat die Nutzung der Ausstellung als Magnet für die Altstadt. Aarau info durfte zwar seine Unterlagen im Kunsthaus auflegen. Unter den ortsunkundigen Besuchern konnte man aber da und dort hören, sie wüssten gar nicht, wie man jetzt in die Altstadt komme oder wo man noch lädelen könne.

Aarau info prüft, ob man nächstes Jahr eine Führung speziell für die Besucher der Ausstellung und dafür ein Kombiticket anbieten könnte. «Das werden wir mit dem Kunsthaus zu gegebener Zeit anschauen», sagt Corinne Gubler. Auch Filomena Colecchia vom Kunsthaus sagt, es gebe weitere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und «Luft nach oben»: «Wir werden das Gespräch suchen. Die Zusammenarbeit mit aarau info und Aargau Tourismus ist sehr wertvoll.»