Aarau
«Blumen für die Kunst»: Kunsthaus erwartet Besucherrekord

«Blumen für die Kunst» im Kunsthaus Aargau soll dieses Jahr noch mehr Leute anziehen als 2018, heisst es an der Vernissage.

Nadja Rohner
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Einige der zahlreichen Vernissage-Gäste kleideten sich dem Anlass entsprechend in Blumen-Mustern. Sie verteilten grosszügig Lob an die Floristinnen und Floristen.
16 Bilder
Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker und Stadträtin Suzanne Marclay betrachten das Werk von Simone Serra-Helbling.
Kopp ist ein Jungtalent aus Sursee.
Kaspar Hemmeler, Präsident des Aargauischen Kunstvereins.
Vernissage Blumen für die Kunst Florale Interpretation von Rémy Jaggi, Florist aus Trélex, zu „Der Mäher“, um 1912, von Ferdinand Hodler
Vernissage Blumen für die Kunst Florale Interpretation von Marcus Forster, Meisterflorist Blumenhandwerk, Winterthur, zu „Les Jambes/Teil 1“, 1986, von Balthasar Burkhard.
Kunsthaus-Direktorin Madeleine Schuppli, im Hintergrund die ausstellenden Floristinnen und Floristen.
Vernissage Blumen für die Kunst Florale Interpretation von Luzia Blessner, Bronschhofen zu „Ohne Titel“, 2000, von Markus Döbeli
Vernissage Blumen für die Kunst Florale Interpretation Dr. phil. Solomon Leong, Hong Kong, zu „Portrait von Monika (Divertissement divisionniste) (Bildtuch Nr. 3)“, 1979 von Markus Raetz
Ohne Titel Florale Interpretation von Franziska Bürgi Rey, Kreuzlingen, zu „Les pommiers ou indécente forêt“, 2014–2016, von Didier Rittener
Vernissage Blumen für die Kunst Besucherinnen mit der floralen Interpretation von Peter Schwitter, Florist Rosenladen Buochs, zu „Hémisphère“, 1993, von Silvie und Chérif Defraouib
Vernissage Blumen für die Kunst Florale Interpretation Dr. phil. Solomon Leong, Hong Kong, zu „Portrait von Monika (Divertissement divisionniste) (Bildtuch Nr. 3)“, 1979 von Markus Raetz
Vernissage Blumen für die Kunst Florale Interpretation von Katrin Keller, Floristin, Florale Werkstatt, Appenzell, zu „Der Friedensapostel Max Daetwyler“, 1974, von Varlin (Willy Guggenheim)
Vernissage Blumen für die Kunst Florale Interpretation von Katrin Keller, Floristin, Florale Werkstatt, Appenzell, zu „Der Friedensapostel Max Daetwyler“, 1974, von Varlin (Willy Guggenheim)
Vernissage Blumen für die Kunst Florale Interpretation von Simone Serra-Helbling, Meisterfloristin helbling und blumen, Gommiswald, zu „Ohne Titel“, 1998, von Andreas Christen

Einige der zahlreichen Vernissage-Gäste kleideten sich dem Anlass entsprechend in Blumen-Mustern. Sie verteilten grosszügig Lob an die Floristinnen und Floristen.

SEVERIN BIGLER

«Mmmh, das riecht!», sagt die Dame, als sie den Raum betritt. Im kleinen Saal, in dem Leo Leuppis Bild «Renversement» hängt, kommen die intensiven Düfte von Angela Kaspars floraler Interpretation besonders gut zur Geltung. Die Meisterfloristin und gebürtige Wynentalerin präsentierte am Motagabend an der Vernissage von «Blumen für die Kunst» das wohl farbenfroheste aller Arrangements.

Es kam beim Publikum genauso gut an wie die anderen dreizehneinhalb Werke: Der Hongkonger Starflorist Solomon Leong ist auf der Anreise sturmeshalber in Dublin festgesessen und kann seine – von der Assistentin begonnene – florale Interpretation des «Portrait von Monika» (Markus Raetz) erst am Dienstag vollenden.

Alle anderen Floristen waren zugegen und durften sich vom begeisterten Vernissage-Publikum ausgiebig loben lassen. Jungtalent Larissa Kopp (Sursee) beantwortet strahlend Frage um Frage – die Statik ihres Werks sei eine Herausforderung gewesen, erfährt man –, während im Saal nebenan Meisterfloristin Katrin Keller verrät, weshalb sie über ihrem Blumenarrangement Schmetterlinge schweben lässt: Sie stehen für das Harmoniebedürfnis von «Friedensapostel Max Daetwyler» auf dem gleichnamigen Bild von Willy Guggenheim.

Die Video-Reportage vom Aufbau am Montag:

Besonders schön: Einige der zahlreichen Vernissage-Gäste kleideten sich dem Anlass entsprechend; trugen Blumen auf Jacken, Hosen, Foulards, Strümpfen, im Haar oder gar in Tinte unter der Haut. Der Präsident des Aargauischen Kunstvereins, Kaspar Hemmeler, ist zufrieden: «Die Ausstellung Blumen für die Kunst ist für uns wahnsinnig wichtig. Sie ermöglicht, das Kunsthaus einem grossen Publikum zu präsentieren.»

2018 zog die Ausstellung rund 17 000 Besucherinnen und Besucher an. Kunsthaus-Direktorin Madeleine Schuppli sagte, man rechne dieses Jahr sogar mit noch mehr Leuten. Viele Veranstaltungen sind schon ausgebucht. Blumen als populäre Objekte seien durchaus geeignet, um Schwellenangst abzubauen und auch Menschen ins Kunsthaus zu bringen, die sonst nicht hingehen würden, betonte Schuppli.

Der Aufbau in Bildern:

Blumen für die Kunst 2019 Im Aargauer Kunsthaus blüht es wieder: 14 Floristinnen und Floristen haben am Montag ihre Werke aufgebaut. Die AZ war dabei.
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Angela Kaspar, Olten Angela Kaspar arbeitet bei von Arx Blumen & Garten in Olten. Die Meisterfloristin hat das Bild „Renversement“ (1950) von Leo Leuppi mit kräftigen Farben interpretiert.
Katrin Keller, Appenzell Die Floristin arbeitet in der "Floralen Werkstatt" in Appenzell. Ihr Werk ist an das Gemälde „Der Friedensapostel Max Daetwyler“ (1974), von Varlin (Willy Guggenheim) angelehnt.
Peter Hintermann, Zürich Peter Hintermann mit seiner floralen Interpretation zu „Im Kaffee“ (ohne Jahr) von Karl Otto Hügin.
Larissa Kopp, Sursee Das Jungtalent vom Blumengeschäft Viridis in Sursee mit ihrer floralen Interpretation zu „Portrait des Malers Traugott Senn“ (1944) von Walter Clénin.
Den Unterbau und die Gefässe ihrer schwebenden Wiese hat sie selbst gebaut.
Rémy Jaggi, Trélex Der Florist hat das Bild „Der Mäher“ (um 1912) von Ferdinand Hodler interpretiert.
Simone Serra-Helbling Die Meisterfloristin mit ihrer Interpretation zu „Ohne Titel“ (1998) von Andreas Christen. In einem aufwendig hergestellten Rahmen hängen 300 Nelken.
Marcus Forster, Winterthur Die roten Helikonien springen einem sofort ins Auge. Sie sind genauso haarig wie die Männerbeine auf dem Kunstwerk „Les Jambes/Teil 1“ (1986) von Balthasar Burkhard.
Luzia Blessner, Bronschhofen Die Meisterfloristin hat das Werk „Ohne Titel“ (2000) von Markus Döbeli mit Pflanzen aus dem Wald interpretiert.
Peter Schwitter, Buochs Seine florale Interpretation zu „Hémisphère“ (1993) von Silvie und Chérif Defraouib besteht aus zwei schwebenden Kuppeln, in die Anemonen eingesetzt werden.
Am Montag war das Aargauer Kunsthaus voller Blumen.

Blumen für die Kunst 2019 Im Aargauer Kunsthaus blüht es wieder: 14 Floristinnen und Floristen haben am Montag ihre Werke aufgebaut. Die AZ war dabei.

SEVERIN BIGLER