Aarau

«Blumen für die Kunst» findet wieder statt – mit einer kontroversen Neuerung

Das Bedürfnis, Erinnerungen festzuhalten, kollidiert mit dem Bedürfnis nach ungestörtem Kunstgenuss.

Das Bedürfnis, Erinnerungen festzuhalten, kollidiert mit dem Bedürfnis nach ungestörtem Kunstgenuss.

Im März findet im Aargauer Kunsthaus in Aarau zum 7. Mal die Ausstellung «Blumen für die Kunst» statt. Dieses Jahr gilt während zwei Stunden ein Fotoverbot.

Sie ist einzigartig, dieses Ausstellung: «Blumen für die Kunst», die florale Interpretation von Werken aus der Sammlung des Aargauer Kunsthauses. Entsprechend begehrt ist das duftende Kunsterlebnis. Abertausende Besucherinnen und Besucher zieht sie jeweils während der sechs Tage an, letztes Jahr waren es über 18'000.

Und nun ist es bald wieder so weit: Vom 3. bis 8. März zeigen 14 Blumengestalterinnen und -gestalter ihre Kompositionen, darunter Meisterfloristin Katja Schläfli, die heute in Budapest lebt, und die Aargauer Floristinnen Elsbeth Leuenberger und Anita Schibli (Blumen Umiker, Hausen) sowie Jungtalent Annika Junghans (Ginkgo, Amriswil), die in Suhr aufgewachsen ist.

Um den vielen Besucherinnen und Besuchern ein unvergessliches Erlebnis zu ermöglichen, bauen die Organisatoren – der Verein «Flowers to Arts» und das Aargauer Kunsthaus –Angebot, Infrastruktur und Service von Jahr zu Jahr aus. Das Novum dieses Jahr: Am Freitag und Samstag gibt es neu eine «fotofreie Zeit», jeweils von 19 bis 20 Uhr.

«Die meisten Besucherinnen und Besucher möchten natürlich gern ein Foto mit nach Hause nehmen», so Angela Wettstein, Projektleiterin von «Flowers to Arts». «Einige haben sich durch das Fotografieren aber auch gestört gefühlt und das beim Aargauer Kunsthaus angemerkt.»

Fotos – eine zweischneidige Sache

Die fotofreie Zeit ist ein Kompromiss. Denn das Fotografieren hat zwei Seiten für die Ausstellungsmacher: Zum einen sind Fotos von begeisterten Besuchern, die über Social Media oder im Bekanntenkreis geteilt werden, beste Werbung. Andererseits stören sich viele Kunstliebhaber daran, dass ihnen die Geräte die Sicht auf die Werke versperren.

«Im Sinne einer beschaulichen Werkbetrachtung bieten wir deshalb die zwei Abendstunden als fotofreie Zeit an», so Angela Wettstein. Je nachdem, wie die Besucher darauf reagieren, könne die fotofreie Zeit auch ausgebaut werden. «Im Anschluss an die Ausstellung 2020 werden wir Bilanz ziehen und eventuell Anpassungen für 2021 vornehmen.»

So schön war «Blumen für die Kunst» 2019

Ausgebaut wird dieses Jahr weiter das Angebot der Begleitveranstaltungen. So zum Beispiel die Führungen «im Doppel» mit je einer Floristin und einer Kunsthistorikerin sowie die Workshops mit frischen Blumen sowie die Familienworkshops. Bewährt hat sich die Erweiterung der Öffnungszeiten: Wie bereits letztes Jahr, öffnet das Kunsthaus seine Tore bereits morgens um 9 Uhr und bleibt abends bis 20 Uhr geöffnet (sonntags nur bis 18 Uhr). «Die Besucherinnen und Besucher schätzen diese Anpassungen sehr», so Angela Wettstein.

Auch wenn noch fast ein Monat bleibt – wer «Blumen für die Kunst» sehen will, tut gut daran, sich sein Ticket bald zu besorgen. Auch für dieses Jahr rechnen «Flowers to Arts» und das Aargauer Kunsthaus wieder mit 18'000 Besucherinnen und Besuchern. «Der Vorverkauf läuft bereits sehr erfolgreich», so Julia Antoniou, Kommunikationsverantwortliche von «Flowers to Arts». Zwar ist es möglich, Eintritte an der Tageskasse zu kaufen, jedoch nur, solange Vorrat. Erste Führungen sind bereits ausverkauft.

Tourismusbüro «aarau info» erneut mit Infostand

Beim Tourismusbüro «aarau info» läuft der Vorverkauf seit Mitte Januar. «Der Run auf die Tickets hat gleichentags begonnen und hält seither an», sagt Corinne Gubler. Eine solch grosse Nachfrage so weit im Voraus wäre normalerweise aussergewöhnlich, nicht aber für «Blumen für die Kunst»:«Die Leute wissen inzwischen, dass sie sich die Tickets früh sichern müssen, insbesondere für Führungen.»

Letztes Jahr war «aarau info» erstmals zu den Hauptbesuchszeiten mit einem Stand beim Kunsthaus vertreten. Nicht nur, um den Besucherinnen und Besuchern Infos zu Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten zu geben, sondern auch, um Kurzführungen zu Aaraus Geschichte anzubieten. «Wir werden auch dieses Jahr wieder mit einem Stand vor Ort sein», sagt Corinne Gubler. Die Führungen starten jeweils um 13.30 Uhr und dauern 45 Minuten.

Letztes Jahr seien die Führungen eher spärlich gebucht worden, so Corinne Gubler. «Die Leute fanden die Idee zwar gut, hatten sich ihren Tag aber bereits durchgeplant und keine Zeit, um an der Führung teilzunehmen.» Im zweiten Jahr hofft das Team von «aarau info» nun, dass die Führungen mehr Anklang finden. Das Thema «Blumen für die Kunst» wird übrigens auch in der Stadt wieder auftauchen. Corinne Gubler: «Die Zentrumsgeschäfte werden das Thema aufnehmen und in ihrer Schaufenstergestaltung umsetzen.»

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