Aarau

Blasorchester der Stadtmusik gibt Konzert mit jugendlicher Frische

Höchste Anspannung, volle Konzentration: Die Orchestermitgliederbeeindrucken und begeistern das Publikum.Tab

Höchste Anspannung, volle Konzentration: Die Orchestermitgliederbeeindrucken und begeistern das Publikum.Tab

Das diesjährige Kirchenkonzert war gespickt mit jugendlicher Frische: Das Blasorchester der Stadtmusik konzertierte am Sonntag mit Uraufführung und Solowerk in der Stadtkirche.

Warm gekleidete Gestalten huschten am Sonntagabend durch die Kirchgasse in Aarau, strömten zur Stadtkirche. Noch wild durcheinander klangen Trompeten, Saxofone und Querflöten aus dem «Haus der Zinne». Das Kirchenschiff war hell erleuchtet, durch die Glasfenster drang dunkelblaues Dämmerlicht.

Eine Begrüssung soll stets offenherzig und freudiger Natur sein – das Blasorchester der Stadtmusik vermochte seine Zuschauer mit Fanfarenmelodien vom ersten Moment einzunehmen. Gastdirigent Herbert Wendel pinselte nicht irgendein Bild: Er entlockte dem rund 60-köpfigen Blasorchester emotionsgeladene Klänge und verspielte Melodien.

Das 22-jährige Orchestermitglied Silvia Trebo legte seine Querflöte für einmal nieder und solierte mit dem «Concertante für Altsaxofon» von Clare Grundmann auf seinem Hauptinstrument. Spannungsgeladen, manchmal wie aufgescheucht schien die Saxofonmelodie durch den Raum zu eilen. Die Finessen in Trebos Klang kamen erst während der Kadenz ganz am Ende des Werks richtig zur Geltung: Dort verstummte das Orchester, das Kirchenschiff gehörte ganz alleine der jungen Saxofonistin. «Es ist eine tolle Möglichkeit, ein Solokonzert mit dem eigenen Orchester spielen zu können», sagte Trebo, die kurz vor dem Bachelor-Abschluss ihres Saxofonstudiums steht.

Die Förderung von Musikerinnen und Musikern sei dem Blasorchester ein grosses Anliegen. «Wir möchten unseren Leuten eine Plattform bieten, wo sie Erfahrungen sammeln können», sagt Präsidentin Lotty Fehlmann Stark. Diese Chance kam auch dem 27-jährigen Timpanispieler Loris Gerber zugute, dessen Komposition «Mythology» am Sonntag uraufgeführt wurde. Während das Orchester sein Werk erklingen liess, war sein Blick angespannt. «Man weiss halt nie, ob es so kommt, wie es sollte», sagte er nach dem Konzert. Er war sichtlich erleichtert darüber, wie die fünf Sätze geklungen hatten. «Die Leistung des Orchesters hat mich sehr beeindruckt», sagte Gerber – der Satz des «Kretischen Stiers» habe seine volle Dramatik erreicht: «Als würden gleich die Spartaner einziehen.»

Das Blasorchester vermochte nicht nur zwei jungen Musikern eine Plattform bieten: Trotz einer grossen Klangfülle gelang es, jedem Blasinstrument im richtigen Moment Platz für seinen einzigartigen Klang zu verleihen. Wie ein seidenes Tuch, das gegen Himmel aufsteigt, so verflüchtigte sich der letzte Akkord des Konzertes in den Höhen des Aarauer Kirchenturms.

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