Gränichen
Bildungsdirektor Alex Hürzeler zu Besuch in der Bibel-Schule

Bildungsdirektor Alex Hürzeler ist von Amtes wegen Präsident des Erziehungsrats. Die Behörde, die das Bildungsdepartement BKS berät, besuchte gestern Freitagmorgen zu Weiterbildungszwecken verschiedene Privatschulen.

Thomas Röthlin
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Bildungsdirektor Alex Hürzeler und Chefinspektorin Monica Morgenthaler mit Schulleiterin Monika Baumberger in Gränichen (v. l.). trö

Bildungsdirektor Alex Hürzeler und Chefinspektorin Monica Morgenthaler mit Schulleiterin Monika Baumberger in Gränichen (v. l.). trö

Zufall oder nicht: Der Regierungsrat war in jener Gruppe, die in Gränichen bei der «Salta» (Schulalternative Aargau/Solothurn) vorbeischaute. Salta lehrt «auf christlicher Basis». Evolution und Schöpfung nebeneinander im Klassenzimmer: Im Vorfeld der Bewilligung durch den Erziehungsrat 2009 hagelte es Kritik.

Das Inspektorat habe in Gränichen «noch etwas genauer hingeschaut», sagt Monica Morgenthaler, Leiterin der kantonalen Aufsichtsstelle im BKS. Schliesslich habe auch der Erziehungsrat die Polemik «sehr ernst genommen». Nach mehreren Schulbesuchen sei man zum Schluss gekommen, so Morgenthaler, «dass das pädagogische Konzept umgesetzt und Werte wie Verantwortungsbewusstsein und gegenseitiger Respekt vorgelebt werden».

Psalmen und Verse

«Jede Privatschule hat ihr besonderes Profil», erklärte Salta-Chefin Monika Baumberger der Erziehungsratsdelegation, «und wir verstehen uns als Alternative.» Die Schulleiterin legte den Fokus beim Rundgang durch die Unterrichtsräume auf diverse Aspekte des Andersseins: Salta, eingemietet in einer ehemaligen Nähfabrik, stehe «mitten im Leben».

Die 30 Schülerinnen und Schüler beginnen den Tag gemeinsam mit dem «Morgenstart», einer Geschichte, einem Spiel, einem Gesang. Am Mittag liefert die ebenfalls christlich ausgerichtete Sozialstiftung Wendepunkt aus Muhen das Essen; die Eltern helfen mit. Die Klassen, vom Kindergarten bis zur vierten Primar, umfassen höchstens 16 Schüler. Sie sitzen nicht in Reih und Glied mit Blick Richtung Lehrerin, sondern – zur individuellen Förderung – Fenstern und Wänden zugewandt. Dort hängen neben der Karte des Sonnensystems Psalmen und Bibelverse.

Erst provisorisch bewilligt

Die Weltanschauung, so Chefinspektorin Morgenthaler, könnte ausschlaggebend sein für die elterliche Entscheidung, Kinder auf eine Privatschule zu schicken. Weitere Gründe seien bessere Tagesstrukturen (Blockzeiten, Mittagstisch, Randstundenbetreuung) oder die Hoffnung auf eine gesicherte Promotion.

Salta sei noch im Aufbau begriffen, sagt Hans-Peter Lang, Präsident des Trägervereins und «Wendepunkt»-Stiftungsrat. Das Ziel ist, dereinst auch die Oberstufe anbieten zu können. Zuerst aber muss die als «Bibel-Schule» in die Schlagzeilen geratene Salta vom Erziehungsrat wie alle Privatschulen nach drei Jahren Befristung definitiv bewilligt werden.