Biberstein
Also doch eine Kampfwahl: Diese Frau tritt bei den Gemeinderatswahlen gegen fünf Bisherige an

Bleibt ab 2022 im Bibersteiner Gemeinderat alles beim Alten? Lange sah es danach aus. Aber jetzt kandidiert neben den bisherigen Gemeinderäten noch Jlona Costan (38). Die Schulpsychologin will für frischen Wind sorgen.

Nadja Rohner
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Jlona Costan kandidiert in Biberstein für den Gemeinderat.

Jlona Costan kandidiert in Biberstein für den Gemeinderat.

Zvg / Aargauer Zeitung

Man hat es schon gemunkelt in Biberstein, dass die Gesamterneuerungswahlen nicht so glatt über die Bühne gehen würden, wie man meinen könnte angesichts der Tatsache, dass alle fünf amtierenden Gemeinderäte wieder antreten. Nun ist klar: Es kommt zu einer Kampfwahl. Jlona Costan (bald 39) hat ihre offizielle Anmeldung bei der Gemeindeverwaltung deponiert. Sie ist damit – zumindest aktuell – die einzige Frau im Kandidierendenfeld. Die Bisherigen sind Ammann Willy Wenger, Vize Martin Hächler sowie die Gemeinderäte Rolf Meyer, René Klemenz und Thomas Häuptli. Die Anmeldefrist läuft aber erst im August ab.

«Es braucht frischen Wind und neue Blickwinkel», sagt Jlona Costan. Ihre Kandidatur sehe sie nicht als Angriff auf den Gemeinderat, betont sie. «Einzelnen Mitgliedern des Gemeinderats, die schon seit mehr als fünfzehn Jahren dabei sind, habe ich im Vorfeld mein Bedauern darüber ausgedrückt, dass sie nicht zu Gunsten von neuen Gesichtern auf eine Kandidatur verzichten. Sie haben ihre Sache gut gemacht, aber die Zeit ist reif für einen Wechsel.»

Im Turnverein stark engagiert

Jlona Costan ist in Rohr aufgewachsen. Seit zwölf Jahren lebt sie mit ihrem Partner und den zwei Kindern (9 und 5) in einem Einfamilienhaus in Biberstein. Teilzeit arbeitet die Fachpsychologin für Kinder und Jugendliche beim Schulpsychologischen Dienst des Kantons Luzern. Als ehemalige Schuldienstleiterin bringe sie Erfahrung in Personalfragen und Budgetierung mit und sei sich kostenbewusstes Handeln gewohnt, sagt sie.

In ihrer Freizeit ist die Gemeinderatskandidatin gerne in der Natur unterwegs oder liest. Und: Sie ist im Turnverein Biberstein stark engagiert – als Leiterin der Frauenriege sowie der Gymnastikgruppe und als Revisorin. Ausserdem sitzt Jlona Costan in der Jugendfestkommission, hat früher den Eltern-Kind-Treff im Dorf organisiert und ist seit Beginn der Pandemie im Einkaufsdienst der Alterskommission tätig. Und nun habe sie «viel Lust und Energie, im Gemeinderat etwas zu bewegen». Etwas, das sie anpacken würde? «Es gibt keinen öffentlichen Spielplatz in Biberstein, der immer zugänglich ist», sagt sie. «Als Mutter kann ich das nicht begreifen.» Sie weist darauf hin, dass die Bibersteiner Schülerinnen und Schüler im Juni während zwei Wochen einen temporären Pumptrack auf dem Pausenplatz erhalten. «Schade, dass es nur für zwei Wochen ist. Ein Pumptrack ist für Kinder und Jugendliche attraktiv. Andere Gemeinden wie Erlinsbach und Buchs machen es vor und errichten permanente Installationen.»

So tickt sie politisch

Jlona Costan ist parteilos, wählt aber eher links. «Mir sind Menschen und Umwelt sehr wichtig», sagt sie. Als Gemeinderätin müsse man aber die Anliegen der gesamten Bevölkerung ernst nehmen und umsetzen. Persönliche politische Ansichten oder andere Interessen stünden hier nicht im Vordergrund. Sie begrüsse die aktuelle Diskussion nach dem Urnen-Nein zur BNO-Revision und die daraus entstandenen Gruppierungen «Lebenswertes Biberstein» und «Team Pro5023». «Diskussionen machen ein Dorf lebendig. Die Bevölkerung von Biberstein interessiert sich für das politische Geschehen und will sich einbringen. Diese Energie gilt es positiv zu nutzen.»