Bez Gränichen

Bezirksschule Gränichen: «Die Schliessung der Bez ist keine Beerdigung»

Schulpflegepräsidentin Regina Heller, Bezirksschulleiter Peter Frei und Gesamtschulleiterin Marietta Müller.

Schulpflegepräsidentin Regina Heller, Bezirksschulleiter Peter Frei und Gesamtschulleiterin Marietta Müller.

Die Bezirksschule in Gränichen wird es im neuen Schuljahr nicht mehr geben. Schulleitung und Schulpflege wollen trotzdem nicht Trübsal blasen. Hätten sie sich an den Standort geklammert, hätte die Qualität der Schule gelitten.

Nur noch wenige Wochen, dann ist der Bezirksschulstandort Gränichen Geschichte. Eine «emotionale Sache», nennt Gesamtschulleiterin Marietta Müller die Schliessung, aber «keine Beerdigung».

«Wir erfüllen die Rahmenbedingungen des Kantons mit 36 Schülern pro Jahrgang nicht, das ist die Realität. Also mussten wir handeln.» Was das bedeutet, ist seit langem klar: Nach den Sommerferien gehen sämtliche Gränicher Bez-Schüler in Suhr zur Schule. Den Schulvertrag mit Suhr hatte die Gränicher Gmeind im Juni 2013 deutlich angenommen.

Qualität hätte gelitten

Dass Gränicher Bezler in Suhr zur Schule gehen, ist kein Novum: Weil die Klassengrösse bei Bez-Klassen seit 2005 auf 24 Schüler begrenzt ist, drücken schon heute Gränicher in Suhr die Schulbank.

In Gränichen wird auch nur noch eine Klasse doppelt geführt, nach Auflage des Kantons müssten pro Jahrgang mindestens zwei Klassen geführt werden.

Zwar hätte Gränichen bis 2021 Zeit gehabt, eine neue Lösung zu suchen. «Wir wollten aber den Schnitt machen, wenn mit der Umstellung auf 6/3 sowieso eine grosse Veränderung ansteht», sagt Marietta Müller.

Würde sich Gränichen weiter an den Standort klammern, litte die Qualität. So hätte die tiefe Schülerzahl beispielsweise das Angebot von Freifächern erschwert: Pro Freifach müssten mindestens acht Schüler teilnehmen – nahezu unmöglich bei nur gerade 60 Schülern, die nach der Umstellung übrig bleiben würden.

Und auch für die Lehrer wäre die Bez Gränichen nicht attraktiv: «Wir konnten keinem Lehrer ein 100-Prozent-Pensum bieten. Bei drei Klassen kommen beispielsweise für einen Mathe-Lehrer nur gerade 15 Lektionen pro Woche zusammen», sagt Müller.

Für die Schulleitung und die Schulpflege ist klar: Die Standortschliessung ist beschlossene Sache. Man will nach vorne schauen, keine alten Wunden aufreissen.

«Natürlich geht mit dem Standort etwas verloren, nicht zuletzt auch Arbeitsplätze», sagt Schulpflegepräsidentin Regina Heller. «Aber die Bez behalten wir, sie ist künftig einfach in Suhr daheim.»

Den viel gehörten Vorwurf, sie hätten nicht für den Standort Gränichen gekämpft, wollen Heller und Müller nicht gelten lassen: «Ich setze mich gern ein, wenn es sich lohnt zu kämpfen. Aber ein Kampf wäre schlichtweg aussichtslos gewesen, wir können die Vorgaben nicht erfüllen.» Auch habe man die von der Schliessung betroffenen Lehrer immer offen und direkt informiert.

Vorteile für Schüler

Sowohl Regina Heller als auch Marietta Müller und Bezirksschulleiter Peter Frei sind davon überzeugt, dass der Wechsel für die Kinder keine Nachteile bringt.

So werden beispielsweise alle vier Klassen als Ganzes in Suhr weitergeführt, drei von ihnen werden sogar von Gränicher Lehrern unterrichtet.

Ausserdem sei die Zusammenarbeit mit Suhr bereits heute eng, so finden beispielsweise regelmässige Absprachen zwischen den Schulleitungen statt. Und auch die Schüler haben sich bereits beschnuppert.

«Wir haben vor Weihnachten einen Begegnungstag mit Suhr durchgeführt, an denen die Schüler zusammen gefrühstückt und einander kennen gelernt haben», sagt Frei.

Ein zweiter Begegnungstag ist im Juni geplant. Um die Schliessung des Bez-Standortes zu würdigen, verbringen im Juni übrigens alle Schüler gemeinsam eine Lagerwoche in Frutigen.

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