Auf Anfrage der az sagen zwar viele Gemeinden, man rechne weiterhin mit (reger) Bautätigkeit und der entsprechenden Bevölkerungszunahme – allerdings kann nur ein kleiner Teil der Gemeinden abschätzen, wie viele Einwohner ihre Gemeinde per 2026 zählen wird. «Diese Prognosen sind sehr vorsichtig zu stellen», sagt etwa Helen Bisang, Stadtplanerin von Lenzburg. «Einerseits wurden in den letzten Jahren viele Wohnungen bewilligt, andererseits aber nimmt die Belegungsdichte ab.» Zudem werde die Entwicklung durch verschiedene Faktoren beeinflusst, unter anderem durch die konjunkturelle Situation und den Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen. «Die Stadt Lenzburg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2026 für 10 000 bis 10 500 Einwohner vorbereitet zu sein», so Bisang. «Das heisst nicht, dass dieses Bevölkerungswachstum selbst die Zielsetzung ist.»

Kanton gibt Stossrichtung vor

Spätestens bei der Revision der Nutzungsordnung muss sich eine Gemeinde damit befassen, wie stark sie in den nächsten rund 15 bis 20 Jahren wachsen will. Die meisten Gemeinden stützen sich dabei auf die Prognosen des Kantons, die sich auf das Jahr 2040 beziehen.

Aber wie das Prognosen so an sich haben, können sie manchmal falsch sein. Zum Beispiel für Kölliken: «Der Kanton rechnet für Kölliken im Jahre 2026 mit rund 5000 Einwohnern», sagt Gemeindeschreiber Felix Fischer. «Die Einwohnerentwicklung bis heute und die Baulandreserven lassen den Schluss zu, dass dieses Szenario eher zu hoch gegriffen ist.»

Staffelbach hingegen übertrifft alle Erwartungen: «Die kantonalen Behörden rechnen mit 1170 Einwohnern im Jahr 2040, das wären 140 mehr als 2012», sagt Gemeindeschreiber Marc Hochuli. Dieser Wert dürfte allerdings bereits in Kürze erreicht werden. «Zwei frisch erschlossene Baugebiete werden nun überbaut und sind ab 2017 bezugsbereit. Im ganzen Gemeindegebiet werden etwa 160 neue Wohnungen entstehen – wir rechnen mit 400 neuen Einwohnern in den nächsten Jahren.» Diese Zunahme – fast 37 Prozent – wird in der Region nur noch von Hallwil (fast 40 Prozent) getoppt.

Am anderen Ende des Spektrums liegen vor allem Gemeinden im Wynen- und Suhrental. Bottenwil, das in den letzten Jahren Einwohner verloren hat, will im nächsten Jahrzehnt wieder etwa 5 Prozent Einwohner zulegen. In diesem Wachstumsbereich bewegen sich auch Reinach, Uerkheim, Leutwil, Dürrenäsch und Gontenschwil.

Die meisten Gemeinden, etwa Dintikon, Menziken, Othmarsingen, Schafisheim, Biberstein, Zetzwil, Unterentfelden, Seon, Niederlenz oder Muhen, gehen von einem Wachstum von 10 bis 15 Prozent bis 2026 aus. Mit zwischen 16 und 20 Prozent mehr Einwohnern rechnen Hendschiken, Leimbach, Schöftland und Küttigen. Suhr geht von mindestens 21 Prozent aus, Egliswil, Birrwil und Holziken ebenso. Brunegg rechnet mit einer Zunahme von 25 Prozent bis 2026, die Stadt Aarau bis 2030 mit etwa 33 Prozent mehr Einwohnern, Buchs mit 35 Prozent bis 2040.