Telliwald

Besucher interessierten sich für den Weg vom Baum zu Holzschnitzeln

Wer den Telliwald betritt, dem fällt sofort der riesige Holzhaufen auf, der sich am Wegrand auftürmt. Wofür dieser Haufen gut ist, das offenbart sich dem Waldbesucher aber nicht. Am Samstag konnten die Interessierte erleben, was aus dem Holz wird.

Am vergangenen Samstag lud darum Peter Jean-Richard die Leute zu einer Führung der besonderen Art ein: Der Weg des Holzes von der Verarbeitung zu Holzschnitzeln bis zur endgültigen Bestimmung in der Holzschnitzelheizung in der Militärkaserne in der Vorderen Vorstadt konnte unter fachkundiger Führung miterlebt werden.

Holzstaub und Lärm

Roger Wirz vom Forstbetrieb Region Aarau erklärte den Besuchern vor Ort im Telliwald die Vorteile einer Holzschnitzelheizung. Dazu gehört nicht nur die offensichtliche Tatsache, dass Holz ein nachwachsender Rohstoff ist: «Wenn eine Ladung Schnitzel auskippt, dann putzen wir sie einfach wieder zusammen. Wenn hingegen Heizöl ausläuft, dann ist das Problem weitaus grösser», sagte Wirz. Die Verarbeitung des Holzes übernimmt die Firma Hirter und Tschanz aus Safenwil. Der 39 Tonnen schwere MAN-5-Achser mit der Schnitzelanlage ist eine Eigenanfertigung.

Die Maschine ist vor allem eines, nämlich laut. Dennoch waren die Besucher fasziniert, wie schnell und effektiv die Baumstämme und Äste zu feinen Schnitzeln verarbeitet waren. «Das verwendete Holz stammt hauptsächlich aus Aarauer Gärten und dem Telliwald», erklärte Roger Wirz.

Vom Wald in die Kaserne

Die neue Ladung Holzschnitzel wurde danach an ihren Bestimmungsort in der Kaserne gefahren. Gleichzeitig mit der Ladung trafen auch die Besucher im Hof der Kaserne ein. Sie wurden von Hanspeter Schneider empfangen, Leiter von Bau und Technik, der den weiteren Weg der Holzschnitzel vom Lagerraum bis in die Heizung erklärte. Ganze 13 Gebäude werden allein mit dieser Anlage beheizt.

Sie ist hochmodern, trotzdem müssen die Schnitzel mit Schaufel und Besen in den Lagerraum unter dem Innenhof befördert werden. «Dieses Zusammenspiel von Basishandarbeit und Hightech ist faszinieren», findet Jean-Richard. Mit dem Holz aus dem Telliwald wird aber nicht nur die Kaserne beheizt, auch das Hallenbad und die Schulanlage Bünten in Unterentfelden werden beliefert.

Aufklärung in Sachen Energie

Nach rund zwei Stunden ist die Führung vorbei und die Besucher sind um viele Eindrücke und Informationen reicher. Peter Jean-Richard, der das Ganze im Rahmen der SP-Arbeitsgruppe Energie organisiert hat, hätte sich noch einige Interessierte mehr gewünscht: «Die Menschen müssen für die Thematik der erneuerbaren Energien sensibilisiert werden. Es sind zwar einige Leute erschienen, das Echo hätte dennoch grösser sein müssen. Das zeigt, dass das Energieproblem zwar bekannt ist, aber vor allem theoretisch.»

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