Aarau
Besser hätte der April 2012 nicht sein können

Trockener und sehr warmer April 2011, kühler und verregneter April 2012: Verglichen mit dem Vorjahr führt die Aare zur Zeit doppelt so viel Wasser. Die Fischer und die Bauern sind zufrieden.

Heidi Hess
Merken
Drucken
Teilen
Das nasskalte Wetter des Aprils 2012 zeigt sich nicht speziell am Wasserstand der Aare in Aarau...

Das nasskalte Wetter des Aprils 2012 zeigt sich nicht speziell am Wasserstand der Aare in Aarau...

Toni Widmer

Im Schnitt gerade mal 130 Kubikmeter Wasser pro Sekunde flossen im April 2011 die Aare hinunter. Gemessen wurde diese Grösse bei der Messstelle Murgenthal. Dieses Jahr beträgt die Abflussmenge an der gleichen Stelle schon jetzt 280 Kubikmeter pro Sekunde. «Und der Monat ist noch nicht zu Ende», sagt Hermann Kunz von der Abteilung Landschaft und Gewässer des Aargauer Baudepartementes. Kunz spricht von einem genügend hohen Wasserstand - «so, wie er im Frühling sinnvollerweise sein sollte».

«Das Schlimmste befürchtet»

Von geradezu «idealem Wetter» spricht Hans Brauchli, Präsident des Fischereiverbandes Aargau. Drei Wochen lang gleichmässig Regen bei kühlen Temperaturen, sagt er, sei für die Fische das Beste, was man sich vorstellen könne. Es habe überall genügend Wasser. So entstehe neuer Lebensraum: Abgelagerter Schlamm werde weg-, Kies weitertransportiert - «das führt zu neuen Laichgründen». Die Bedingungen für die Fische seien dieses Jahr viel besser als letztes Jahr.

Ähnlich tönts bei Hans Rüssli vom Schweizerischen Bauernverband. Es sehe dieses Jahr gut aus. «Noch Ende März, als es so trocken war, befürchteten wir das Schlimmste», sagt er. Eine Wiederholung der beiden trockenen Frühlinge 2010 und 2011. Dann aber ist der lange erwartete Niederschlag gekommen. Zwar ist der Frühling 2012 etwas kühler, deshalb sind auch die Kulturen leicht im Rückstand. Nach dem kalten Winter, der auch zu einigen Getreideschäden geführt hatte, sei diese Regenperiode ein guter Start.