Erlinsbach AG
Beschwerde: Pakistanerin von Erlinsbach ficht Einbürgerungs-Nein an

Zum vierten Mal hat die Gemeindeversammlung von Erlinsbach AG vor zwei Wochen der Pakistanerin Aisha Mohammad die Einbürgerung verwehrt. Die 48-Jährige ist enttäuscht – und legt nun eine Beschwerde beim Regierungsrat ein.

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Aisha Mohammed lebt seit 21 Jahren in der Schweiz, will in der Schweiz bleiben und wünscht sich den Schweizer Pass.

Aisha Mohammed lebt seit 21 Jahren in der Schweiz, will in der Schweiz bleiben und wünscht sich den Schweizer Pass.

Tele M1

«Das macht mir Schmerzen.» Aisha Mohammad sagt diese Worte mit Tränen-erstickter Stimme zu Tele M1.

Der Grund: Vor zwei Wochen hat die Gemeindeversammlung von Erlinsbach ihr Einbürgerungsgesuch abgelehnt. Es war das vierte Nein. Für die gebürtige Pakistanerin, die seit 21 Jahren in der Schweiz lebt, ein weiterer Schlag ins Gesicht.

Auch deshalb, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht hat. «Hässigkeit» habe sie in den Augen der Menschen gesehen. Sie meint eigentlich blanken Hass, aber «Hässigkeit» klingt nicht so dramatisch.

Das Nein will sie nicht auf sich beruhen lassen. Sie legt nun eine Beschwerde gegen den Entscheid der Gmeind beim Aargauer Regierungsrat ein.

«Ich fühle mich hier zu Hause», schildert sie, weshalb es ihr Wunsch sei, den Schweizer Pass in den Händen halten zu können. «Ich bin ein Teil von dieser Gesellschaft.»

Ihre drei Söhne sind dagegen eingebürgert worden. Für ihre zwei minderjährigen Töchter, die die Bezirksschule in Aarau besuchen, hat sie den Schweizer Pass dagegen nicht beantragt. Noch nicht. Denn 2012 signalisierte der Gemeinderat: Sollten die Kinder ein separates Gesuch stellen, würden sie das Bürgerrecht bekommen.

Gemeinderat widerwillig für Einbürgerung

Es ist nicht die erste Beschwerde. Schon gegen das Nein der Gmeind bei ihrem dritten Anlauf hatte sie beim Regierungsrat eine Beschwerde eingereicht, die dieser guthiess.

So musste der Gemeinderat von Erlinsbach an jener Versammlung vor zwei Wochen ihr Gesuch zur Annahme empfehlen. Er tat es widerwillig. Nach emotionaler Diskussion lehnte die Gmeind das Gesuch mit 124 Nein zu 22 Ja ab.

Der Hauptargument der Einbürgerungsgegner: Aisha Mohammad sei nicht integriert und beziehe Sozialhilfe. Teilzeit arbeitet sie als Reinigungskraft.

Die fünffache Mutter will trotz der negativen Erfahrungen in Erlinsbach bleiben und weiter kämpfen. Gespannt auf den Entscheid des Regierungsrats ist Markus Lüthy, der Gemeindepräsident von Erlinsbach. «Uns interessiert natürlich, wie der Regierungsrat jetzt enscheidet.

Ob der Regierungsrat dafür haltet, einen Gemeindsversammlungsentschluss, der zum vierten Mal gefällt worden ist, zu kippen. Oder ob sich der Regierungsrat jetzt hinter den Gemeindeversammlung-Beschluss stellt.» (pz)