Christian Messerli ist Mitgliederverwalter der Sektion Aarau des Schweizer Alpen-Club (SAC). Er hat ein Problem, um das ihn viele Kollegen in vergleichbaren Vereinsfunktionen beneiden: Es geht immer aufwärts. «In den letzten vier Jahren stieg unsere Mitgliederzahl um etwa 500», erklärt Christian Messerli.

Vor einer Woche konnte der SAC Aarau in der Person von Barbara Pfister aus Aarau sein 3000. Mitglied feierlich begrüssen. Die Aarauer sind im Aargau die grösste und landesweit eine der ganz grossen Sektionen.

Neue Sportarten

Wie erklärt sich Messerli diesen Erfolg? Erstens nennt er die Kletterhalle in Lenzburg. «Dank ihr haben wir in letzter Zeit sehr viele junge Mitglieder bekommen.» Zweitens die Verbreiterung des Spektrums: Dem SAC tritt längst nicht mehr nur bei, wer Hochtouren machen will.

Das Bergwandern und Wandern wurden immer wichtiger, Biken und Schneeschuhlaufen kamen dazu. Drittens, so Christian Messerli, sei der Club gut geführt und auch, was die Tourenleiter anbetrifft, breit aufgestellt.

Der SAC Aarau wächst nicht nur stark, er hat auch eine recht hohe Fluktuation. Und diese hat laufend etwas zugenommen. Letztes Jahr lag sie leicht über fünf Prozent. Besonders gross sind die Wechsel in der Alterskategorie der 23- bis 35-Jährigen.

Messerli begründet das mit einer Zeiterscheinung. Die jungen Leute sind mobiler geworden. «Wer schon lange beim SAC dabei ist, bleibt es oft bis ans Lebensende. Wer frisch dazu kommt, zieht häufig wieder weiter», erklärt Messerli.

Gut 40 Prozent der Aarauer SAC-Mitglieder sind zwischenzeitlich Frauen. Trend: steigend. Es gibt zwar noch eine Frauengruppe, doch deren Bedeutung nimmt tendenziell ab. Der Verein hat Mitglieder fast auf der ganzen Welt: So auch in Perth (Australien).

Etwa jedes sechste Mitglied ist älter als 60 Jahre. Das Älteste ist im Moment um die 100 Jahre, bis vor kurzem war es der im Alter von 103 Jahren verstorbene Otto Gschwend (Aarau). Generell nimmt die Bedeutung des Seniorenwanderns zu.

Generationenwechsel in Hütte

2014 feierte der SAC Aarau sein 150-jähriges Bestehen. Der Club ist nicht nur mitgliedermässig gut aufgestellt. Er hat es auch geschafft, in seiner Hütte, der Chelenalphütte, den Generationenwechsel erfolgreich zu vollziehen.

Die Hütte liegt ob Göschenen auf 2350 Metern am Südfuss des Sustenhorns. Seit letztem Jahr wird sie von einem jungen Urner Ehepaar, Petra und Remo Gisler, bewirtet. Seit dem Sommer sind die Gislers zu dritt. Mitten in der Saison kam ihr Kind zur Welt.

In der Chelenalphütte ist die Wasser- und die Energieversorgung modernisiert worden. Es gab auch eine neue Küche. Was jetzt noch ausstehend ist, wäre etwas mehr Privatsphäre für die junge Hüttenwart-Familie.

Es fehlt ein Präsident

Der SAC Aarau hat 3000 Mitglieder und eine gute Führungsmannschaft, aber ganz oben eine Lücke. An der Generalversammlung Anfang März konnte noch kein Nachfolger für Beat Blattner gewählt werden.

Der ehemalige Aarauer Stadtrat war vor vier Jahren am Tag der Jubiläumsfeier für das Amt angefragt worden. Aus seinem Abschiedsbrief in der Mitgliederzeitschrift «Die rote Karte» ist herauszulesen, dass er sich eine längere Amtsdauer hätte vorstellen können.

«Hätte ich genügend Zeit gefunden, meinen eigenen Anforderungen ans Präsidium gerecht zu werden – ich wäre geblieben, so lang ich Unterstützung gespürt hätte!» Nachdem eine Findungskommission bereits im Vorfeld der GV keinen Kandidaten gefunden hatte, wurde sie beauftragt, sich erneut auf die Suche zu machen.

Der Verein, der wohl grösste in der Kantonshauptstadt, wird vorübergehend von Vizepräsident Werner Stähli geleitet.