Aarau

Berechnung, Subventionen, Papierkram – das ändert ab 2020 bei der Kinderbetreuung

Zu den wichtigen Änderungen per 1. Januar 2020 gehört die Berechnung des für Subventionsbeiträge massgebenden Einkommens. (Archiv)

Zu den wichtigen Änderungen per 1. Januar 2020 gehört die Berechnung des für Subventionsbeiträge massgebenden Einkommens. (Archiv)

Die Stadt Aarau kann endlich das definitive neue Kinderbetreuungsreglement in Kraft setzen. Es gilt ab Anfang des nächsten Jahres. Und es verspricht unter anderem weniger Papierkram für die Eltern.

Am 1. Januar 2020 treten in Aarau das neue Kinderbetreuungsreglement sowie die zugehörigen Verordnungen in Kraft und lösen damit das derzeit gültige Übergangsreglement ab. Was bedeutet das konkret für die Eltern? Die AZ hat bei der Stadt nachgefragt. Folgende Änderungen ergeben sich ab nächstem Jahr:

Idealerweise entfällt viel Papierkram. Auf Anfrage heisst es vonseiten der Stadt: «Mit der Inkraftsetzung des neuen Kinderbetreuungsreglements besteht die Möglichkeit, dass die Stadt Aarau und der Träger einer Kindertagesstätte oder der Tagesfamilienorganisation eine Kooperationsvereinbarung abschliessen.» Dann müssten Eltern nicht mehr jeden Monat separat die Rechnung und den Beleg für die Kindertagesstätte einreichen. Auch zahlen sie dann nur die Monatspauschale und müssen nicht den Vollkostentarif vorschiessen, um Subventionen abzuholen. Indes: Die Kindertagesstätten müssen sich erst entschliessen, mitzumachen.

Zu den wichtigen Änderungen per 1. Januar 2020 gehört die Berechnung des für Subventionsbeiträge massgebenden Einkommens. Eine Rolle spielen dabei das steuerbare Einkommen, 10 Prozent des steuerbaren Vermögens, steuerlich abzugsfähige Liegenschaftsunterhaltskosten, Einkaufsbeiträge in die 2. Säule und Beiträge an die Säule 3a. Bei getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht wird nur das massgebende Einkommen desjenigen Elternteils berücksichtigt, das den Betreuungsvertrag abschliesst. Wenn dieses massgebende Einkommen über 100 000 Franken beträgt, haben Erziehungsberechtigte keinen Anspruch mehr auf Subventionen. Damit ist Aarau vergleichsweise grosszügig, in anderen Gemeinden ist diese Schwelle deutlich tiefer angesetzt. Wer Subventionen für die Kinderbetreuung erhalten möchte, muss das Gesuch innert dreier Monate seit Beginn der Betreuung einreichen.

Was ändert sonst noch? «Die generelle Subventionierung (teilweise Subventionierung von Betreuungskosten für Säuglinge und für die Mittagsbetreuung von Kindergarten- und Schulkindern unabhängig vom Einkommen der Erziehungsberechtigten) wird aufgehoben», schreibt die Stadt weiter. Und: «Die Subventionierung der halbtägigen Schulferienbetreuung entfällt.»

Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleisten

Das neue Kinderbetreuungsreglement hat die Stadt geschaffen, weil das Aargauer Stimmvolk 2016 das Kinderbetreuungsgesetz «Kibeg» angenommen hat. Es zielt darauf ab, erstens die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten und zweitens die Integration und die Chancengleichheit der Kinder zu verbessern.

Gemeinden müssen jetzt ein bedarfsgerechtes Angebot an familienergänzender Kinderbetreuung gewährleisten – und teilweise bezahlen. «Die Wohnsitzgemeinde beteiligt sich nach Massgabe der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Erziehungsberechtigten», schrieb der Kanton in den Abstimmungsunterlagen.

In Aarau gab es zwar bisher schon Subventionen für die Kinderbetreuung, aber nur in gewissen Betreuungsinstitutionen. Je nach dem, in welche Krippe oder in welchen Hort ein Kind also ging, hatten seine Erziehungsberechtigten Anspruch auf Subventionen. Neu spielt der Betreuungsort keine Rolle mehr, nur noch die finanzielle Situation der Eltern.

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