Suhr

Berchtold-Brüder räumen bei renommiertem Musikwettbewerb ab

Für den Sieg gab es nur für den älteren der beiden Berchtold-Brüder einen Pokal. Freuen tun sich beide.

Für den Sieg gab es nur für den älteren der beiden Berchtold-Brüder einen Pokal. Freuen tun sich beide.

Die zwei Suhrer Ausnahmetalente Taras und Edwin Berchtold gewinnen den 48. Laupersdorfer Musikwettbewerb.

Talentschmiede Berchtold: Die beiden Brüder Taras und Edwin aus Suhr haben Anfang November den 48. Musikwettbewerb in Laupersdorf je in ihrer Alterskategorie gewonnen. Der 16-jährige Taras mit der Panflöte. Der 11-jährige Edwin mit dem Akkordeon. Der nationale Musikwettbewerb gilt in der Szene als Sprungbrett für junge ambitionierte Talente mit Amateurstatus.

Für Taras ist es nichts Neues, dass er an solchen Wettbewerben Preise abstaubt. Der Kanti-Schüler wird als Ausnahmetalent an der Panflöte gehandelt und hat schon eigene Konzerte gegeben. Dass er für den Sieg einen Wanderpokal mit nach Hause nehmen konnte, ist hingegen neu. Stolz hält er das schwere Ding in den Händen. «Lass ihn bloss nicht fallen, den müssen wir wieder zurückbringen», warnt seine Mutter Halyna Berchtold. Der 16-jährige nickt.

Für den kleinen Bruder Edwin ist der Sieg aber eine neue Erfahrung. Zwar hat der 11-Jährige schon zahlreiche Preise als Stepptänzer eingeheimst, an einem Musikwettbewerb habe er hingegen noch nie mitgemacht. «Dass ich gewonnen habe, ist für mich schon sehr speziell», so das junge Multitalent. Einen Pokal hätten aber nur die Ältesten gekriegt. Bei so viel Talent würde es nahe liegen, dass Taras und Edwin in Zukunft musikalisch zusammenspannen. «Dafür bleibt im Moment keine Zeit», so Taras. Ausschliessen würden sie es aber nicht.

Taras Berchtold am Aargauer Musikwettbewerb 2016

Aargauer Musikwettbewerb 2016

Taras Berchtold spielt Franz Liszts Ungarische Rhapsodie Nr. 2 am Aargauer Musikwettbewerb 2016, den er gewann.

Die beiden wohnen zusammen mit den Eltern und ihrem 19-jährigen Bruder in Suhr. Dieser habe nichts mit Musik oder Tanzen am Hut. «Mittlerweile findet er es ganz okay, was wir machen», sagt der Jüngste der Familie. Der älteste Bruder interessiere sich mehr für Technik und Informatik.

Die zusammengeklebten Röhrli

Der Zeitplan ist straff. Taras hat genau 45 Minuten Zeit, um Red und Antwort zu stehen, bevor er wieder in den Unterricht muss. Die Termine haben die Eltern im Griff. «Das ist sonst zu viel für Taras», sagt die Mutter. Kanti-Unterricht, daneben zwei bis drei Stunden Panflöte üben pro Tag und dann noch lernen für Prüfungen.

«Alles zusammen ist schon ziemlich belastend», sagt Taras. Zeit für andere Hobbies bleibt da nicht. Aber: Panflöte sei für ihn Pause vom Lernen. Dank moderner Technologie kann er den Panflöten-Unterricht an seinen Stundenplan anpassen. Via Skype wird er von internationalen Grössen wie Radu Nechifur, Rumänien, und Stefan Negura, Moldawien, unterrichtet. Wie er überhaupt auf dieses aussergewöhnliche Instrument gekommen ist, kann er sich selber nicht erklären. «Als Fünfjähriger habe ich mir das Instrument mit den zusammengeklebten Röhrli gewünscht», sagt Taras. Seither habe ihn die Panflöte nicht mehr losgelassen.

Stepptanz von Edwin Berchtold

"Klassik trifft Stepptanz": Edwin Berchtold steppt zu Mozarts 23. Klavierkonzert. Am Piano sitzt Lou Hägi.

Stepp-WM in Deutschland

Die 45 Minuten sind um – Taras muss los. Edwin hat heute länger Zeit. Nicht selbstverständlich bei seinem Pensum: Sechs Stunden Akkordeon üben pro Woche, sechs Stunden Stepp-Unterricht und daneben noch Ballettstunden und Schulunterricht. Er nimmts locker: «Ich könnte mich momentan nicht für das Eine oder das Andere entscheiden.» Ende Monat nimmt er an den Weltmeisterschaften im Stepptanz im deutschen Riesa teil. Letztes Jahr hat er an der WM das Podest knapp verpasst.

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