Herr Lüscher, konkret zum Kostenschlüssel und dem von Fall zu Fall unterschiedlichen Standortbeitrag: Muss Suhr bei der Traglufthalle in der Badi mit einem eher höheren Standortbeitrag rechnen?

Heinz Lüscher: Das bleibt zu diskutieren. Ich gehe aber davon aus, dass die Traglufthalle Suhr eher einen Vorteil und weniger eine Belastung bringt. Das Bad liegt gleich vor der Haustüre, die Suhrer Schüler sind in fünf Minuten dort. Jene von Entfelden sind eine Viertelstunde unterwegs. Und eine enorme Verkehrsbelastung sollte die Traglufthalle ja nicht zur Folge haben.

Legt der Vorstand von «aarau regio» die Höhe des Standortbeitrags fest?

Bei der Traglufthalle will der Vorstand die Standort- und Betreibergemeinden eng einbinden. Die sollen eine gewichtige Stimme haben. Letztlich müsste ein Antrag an den Vorstand erfolgen, und der legt dann die Prozentsätze fest. Zur Finanzierung wird es sicher noch intensive Diskussionen geben. In der Arbeitsgruppe waren wir aber der Meinung, dass der dreiteilige Finanzierungsschlüssel die bessere Lösung ist als ein Infrastrukturfonds, in den man einzahlt und auf diese Weise etwas mitfinanziert, worauf man dann vielleicht weniger Einfluss hat.

Bleiben die heutigen demokratischen Rechte von Gemeindeversammlungen und Einwohnerräten bestehen?

Daran ändert nichts. Die Beiträge müssen auf dem ordentlichen Weg – Einwohnerrat, Gemeindeversammlung – beschlossen werden. Der Unterschied ist der, dass man jetzt von Anfang an die Region einbindet. Nicht, dass beispielsweise Aarau etwas baut und dann den Nachbargemeinden erklärt, es wäre schön, wenn sie auch etwas daran zahlen würden.

Sprich: «aarau regio» erstellt ein Konzept, geht dann mit den konkreten Projekten über die Exekutiven zu den Gemeinden und läuft dort Gefahr, dass nicht alle mitziehen?

Das ist so. Dem sagt man «variable Geometrie». Es kann sein, dass sieben Gemeinden ein Problem haben und es gemeinsam lösen wollen – unter dem Dach von «aarau regio». So kann man als Region auftreten, etwa gegenüber dem Kanton. Beim Hochhauskonzept haben wir in Unterentfelden gesagt: «Wir brauchen das nicht, wir wollen kein Hochhaus, aber wir sind einverstanden mit dem Hochhauskonzept.» Auch wenn man verzichtet, ist das eine Form der Beteiligung.

Der Mangel an Wasserflächen im Winter soll provisorisch mit einer Traglufthalle behoben werden. Später gibt es vielleicht ein regionales Hallenbad mit 50-Meter-Becken. Soll dann das eine oder andere bestehende Hallenbad aufgegeben werden?

Das gehört unserer Meinung nach auch zu diesem Konzept. Dass man sagt: Wo wäre allenfalls der Standort einer neuen Anlage? In Entfelden müssen wir investieren und wüssten gerne, wohin die Reise geht. Wenn in einer Nachbargemeinde ein neues Hallenbad entsteht, müssen wir uns fragen: Brauchen wir unser eigenes noch oder machen wir es dann dicht. Das soll im Konzept diskutiert werden.

Entfelden, Telli oder allenfalls ein Neubau an einem noch zu bestimmenden Standort sind als regionales Hallenbad im Gespräch. In seinem Beschluss spricht der Vorstand auch von allfälligen weiteren Optionen. Wie ist das zu verstehen?

Wir wollten einfach keine Einschränkung in diesem Antrag haben. Wir wollen demonstrativ offenbleiben, sodass sich die ganze Region einbringen kann. Auch kritische Meinungen sind gefragt.

Wie sieht das Verhältnis zwischen dem Fusionsprojekt Zukunftsraum Aarau und dem Schwimmbadkonzept von «aarau regio» aus?

Wir sind der Meinung, dass das Schwimmbadkonzept für die Zukunftsraum-Diskussion kein Nachteil ist. Vom Perimeter passen Zukunftsraum und «aarau regio» ohnehin nicht zusammen. Sollte der Zukunftsraum in irgendeiner Form Tatsache werden, hat er auch wieder Aussenbeziehungen, wie sie eine einzelne Gemeinde heute hat. Es ist von daher nicht so, dass man nun zuwarten müsste. Die Region bleibt die Region, ob es den Zukunftsraum gibt oder nicht.