Beim Spitalneubau ist angerichtet

Am Montag wird die neue Kantine des KSA in Betrieb genommen. Einsprecher gegen den Neubau bereiten Sorgen.

Urs Helbling
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Die letzte Stunde ist nicht mehr fern: das Gebäude, in dem das «LeClou» war. Geht am Montag in Betrieb: das neue Personalrestaurant «time out».
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Die letzte Stunde ist nicht mehr fern: das Gebäude, in dem das «LeClou» war. Geht am Montag in Betrieb: das neue Personalrestaurant «time out».

Die letzte Stunde ist nicht mehr fern: das Gebäude, in dem das «LeClou» war. Geht am Montag in Betrieb: das neue Personalrestaurant «time out».

Bilder: uhg

Auf dem Weg zum 563 Millionen Franken teuren Neubau des Kantonsspitals Aarau (KSA) wird an diesem Wochenende ein weiterer Meilenstein erreicht: Gestern Freitag war das Per­sonalrestaurant LeClou letztmals offen. Am Wochenende wird es gezügelt und am Montag als «time out» wiedereröffnet. Während das «LeClou» seit Menschengedenken in einem pavillonartigen Bau beim Eingang beim KSA-Parkplatz untergebracht war, befindet sich das «time out» in einem Neubau nördlich des Hauptgebäudes (Haus 1) im Zentrum des Areals. Es handelt sich um das einzige Provisorium im Rahmen der Baufeldräumung. Das Gebäude steht auf Stelzen, sodass dar­unter 34 Ersatz-Parkplätze geschaffen werden konnten. Es kostete sechs Millionen Franken. Um Kosten zu sparen, wird das Inventar des «LeClou» grösstenteils weiterverwendet. Gezügelt wird an diesem Wochenende.

Weitere Abbrüche nach Labor-Inbetriebnahme

Das Baufeld für die Realisierung des Projektes Dreiklang ist weitgehend leer: Vom grossen Haus 6 gibt es nur noch ein Loch. Und der Rückbau des Hauses 35 (hinter dem ehemaligen Kiosk) hat begonnen. Aktuell liegt noch das Abbruchgesuch für das kleine Haus 20 (bei der Pathologie) auf. Die Häuser 19 bis 21 werden abgebrochen, sobald das neue Labor (beim Knoten Bavaria) in Betrieb ist. Das soll im kommenden Sommer der Fall sein – falls es keine coronabedingten Verzögerungen gibt. Die Kosten des Labor-Gebäudes sind auf 36,6 Millionen Franken veranschlagt.

Ein schwieriger Fall bleibt die Modernisierung der Spitalpharmazie (in der Ecke Tramstrasse/Südallee): Die Inbetriebnahme der Medikamentenproduktion musste nach einer Serie von Pannen (unter anderem Wasserrohrbruch) ein weiteres Mal verschoben werden. Die Realisierung des Projekts sollte ursprünglich 22,3 Millionen Franken kosten.

Einsprecher verknüpfen Neubau mit Verkehrsfragen

Das «LeClou»-Gebäude und das nebenstehende Haus 11 werden nicht sofort abgebrochen, sondern als Sitzungsräume weiterverwendet – bis die Baubewilligung für den «Dreiklang» vorliegt. Vor zwei Monaten hatte sich Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker noch optimistisch gezeigt, dass die Bewilligung bis Ende Jahr erteilt werden könne. Das erscheint jetzt unrealistisch. Es sind zwar nur sechs Einwendungen eingegangen, wovon einige zwischenzeitlich zurückgezogen worden sind.

Doch ein Teil davon macht Verknüpfungen mit der Verkehrsfrage. Also wird letztlich der Streit um das neue Personalparkhaus (50 Einsprachen, unter anderem VCS) auch auf den Spitalneubau übertragen. Die offiziellen Einspracheverhandlungen finden im Dezember statt.

Neu ist Implenia statt Marti Totalunternehmer

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt gab es innerhalb der Arbeitsgemeinschaft (Arge) für den Spitalneubau Dreiklang einen Wechsel. Im Juli kommunizierten die Arge des Neubaus und die Implenia, dass das Unternehmen jetzt zusammen mit BAM Totalunternehmer ist – anstelle der ursprünglich siegreichen Marti Gesamtleistungen AG. Die Marti AG Bauunternehmung wird aber weiterhin die Baumeisterarbeiten ausführen.

Warum es zum Wechsel kam, wird in der Medienmitteilung nicht kommuniziert. Es scheint damit zusammenzuhängen, dass Implenia grösser ist und mehr Erfahrung in der Optimierung solcher Projekte hat – insbesondere auch, was die Kosten betrifft. Der Wechsel ist Sache der Arbeitsgemeinschaft, das KSA musste der Neuorganisation aber zustimmen.