Aarau

Beim Schweizerkreuz gibt es am meisten Punkte

Der Pontonier-Fahrverein Aarau führte am Samstag zum dritten Mal den Adlercup durch – auch Frauen zeigten, dass sie ihren Weidling punktgenau navigieren können

«Zieh, zieh!», tönte es am Samstag von der Aare her in die Stadt hinauf, auf der Kettenbrücke starrten Menschen aufmerksam ins Wasser und beim Weg dem Fluss entlang gab es für Velofahrer oder Spaziergänger mit Kinderwagen fast kein Durchkommen, denn überall standen sportliche Männer und Frauen mit muskulösen Oberarmen. Zum dritten Mal fand auf der Aare der Adlercup, ein Pontonierwettfahren, statt.

Nicht nur Insider, auch Zuschauer, die nicht viel Ahnung von diesem Sport haben, erlebten attraktive Wettkämpfe, denn die Regeln waren schnell durchschaut. Die mitten im Fluss aufgehängten Stangen sollten möglichst nicht touchiert, andernorts hingegen Markierungen zielgenau mit der Schiffsspitze berührt werden. Und beim Anlegen am Ufer galt es, für die Höchstpunktzahl das Schweizerkreuz zu avisieren. Rasch war auch dem Laien klar: Im Ponton, das von zwei Personen gelenkt wird, steht der Chef hinten. Auf das Kommando «marsch» des Steuermannes hin legt das Boot ab, mit «Stachel» forderte er den Vordermann auf, das Ruder wegzulegen und die lange Stange mit dem Zweispitz in die Hand zu nehmen. «Eingespielte Teams verstehen sich aber oft ohne Worte», sagte Reinhard Scherzinger, Präsident des Pontonier-Fahrvereins Aarau.

Aufmerksam verfolgten die Teilnehmer die Fahrten der Konkurrenten und legten ihre Strategien fest, bevor sie selbst ins Boot stiegen. «Man muss das Wasser lesen können», erklärte Scherzinger. Doch der Fluss fliesst nicht immer gleich. Je nach Wasserstand können die Verhältnisse ganz unterschiedlich sein. Trotzdem hätten, räumte Scherzinger ein, die Fahrer des veranstaltenden Vereins einen Heimvorteil. Für die Auswärtigen gab es allerdings eine Übungserklärung, bei welcher sie über die Eigenheiten des Flusses und die gestellten Aufgaben informiert wurden.

Eigentlich hätte der Adlercup im Mai ausgetragen werden sollen. Damals verhinderte das Hochwasser die Durchführung. Am Samstag hingegen herrschten ideale Bedingungen, die Aare floss träge dahin. Im Wechsel mit den Pontonierfahrvereinen Bremgarten und Dietikon führen die Aarauer diesen Cup durch, heuer zum dritten Mal. Ein Wanderpreis steht jeweils für den Sieger bereit. «Heute gewinnt nur, wer einen technisch einwandfreien Wettkampf geliefert hat», so Scherzinger. «Dann entscheidet die Zeit.»

Obwohl der Pontoniersport einen militärischen Hintergrund hat und neben der Technik viel Kraft und Kondition gefragt sind, nahmen auch 14 Frauenteams teil. Wie die Jugendlichen fuhren sie einen Weidling, der ein bisschen leichter ist als das Boot der Männer. «Frauen sind sehr willkommen bei den Pontonieren», erklärten Nadja Wietlisbach, Denise Jakob und Miriam Zandegiacomo aus Bremgarten. Dass sie ihren Sport draussen in der Natur ausführen können, gefällt den jungen Frauen besonders gut. Daneben geniessen sie den Zusammenhalt im Verein und vor allem, «dass wir in der Lage sind, ein Boot zu steuern.»

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