Aarau

Beim Kasinopark entsteht ein Zwischenlager für Ghüdersäcke

Die Unterflursammelstelle für Glas an der Kasinostrasse in Aarau soll um drei unterirdische Container für gebührenpflichtige Abfallsäcke erweitert werden. Der Standort der Container und der Einwurfsäulen ist mit oranger Farbe markiert.

Die Unterflursammelstelle für Glas an der Kasinostrasse in Aarau soll um drei unterirdische Container für gebührenpflichtige Abfallsäcke erweitert werden. Der Standort der Container und der Einwurfsäulen ist mit oranger Farbe markiert.

Neben der bisherigen Glassammelstelle sind Unterflurcontainer für Abfälle geplant

Bei der bisherigen Glassammelstelle an der Kasinostrasse plant die Stadt drei Unterflurcontainer (UFC) für die Entsorgung von Haushaltabfällen. Es ist das erste definitive solche Angebot im Raum Altstadt-Innenstadt. Die Kosten werden mit rund 25 000 Franken veranschlagt. Damit wird es endgültig möglich, die blauen Aarauer Kehrichtsäcke in der Innenstadt jederzeit eigenhändig und zugleich korrekt zu entsorgen.

Man erinnert sich: Der im November 2016 gestartete Pilotversuch mit einer provisorischen – oberirdischen – Sammelstelle auf dem Färberplatz erwies sich als Erfolg: Vor kurzem liess die Stadt verlauten, das Pilotprojekt habe «das unerlaubte Ablagern von Müll ausserhalb der Entsorgungszeiten» deutlich reduziert.

Vor allem in der Altstadt, wo vielfach keine Keller oder andere Lagerräume für das Aufbewahren der Abfallsäcke bis zum Abfuhrtermin vorhanden sind, hatten manche Anwohner die Abfall- säcke nicht erst am Tag der Kehrichtabfuhr vors Haus gestellt, was mitunter unangenehme Gerüche verursachte, darüber hinaus aber auch Tiere und Nachtbuben anlockte, die sich an den Säcken zu schaffen machten. Eine Abwertung des Stadtbildes, insbesondere an Wochenenden, und ein deutlicher Mehraufwand für den Werkhof bei der Entsorgung waren die Folge, was die Stadt zum Handeln veranlasste.

Kaum «Fremdeinwurf»

Der Pilotversuch auf dem Färberplatz, sagt Werkhofchefin Regina Wenk, habe gezeigt, dass das Angebot geschätzt und genutzt werde. Das Container-Fassungsvermögen sei nahezu ausgeschöpft worden. Positiv auch: «Wir stellten fast keinen Fremdeinwurf fest – höchstens mal eine Flasche oder eine Büchse.» Für Wenk keine Tragödie: «Das ist ja auch Abfall.» Dass praktisch nur offizielle Kehrichtsäcke eingeworfen würden, führt Wenk auch darauf zurück, dass sich mitten in der Stadt leicht beobachten lässt, wer was zur Entsorgungsstelle bringt.

Seit kurzem ist nun auch ein Unterflurcontainer für die gebührenpflichtigen Abfallsäcke beim Feuerwehrmagazin an der Erlinsbacherstrasse installiert. Auch das ein Versuch, wie Regina Wenk deutlich macht. Es geht darum, herauszufinden, ob in diesem Quartier – Aarepark, Hungerberg – ein entsprechendes Bedürfnis vorhanden ist. Das Fassungsvermögen dieses Containers beträgt 5 Kubikmeter respektive 5000 Liter. Das entspricht exakt der Dimension jedes einzelnen der drei geplanten Unterflurcontainer des Freiämter Entsorgungssysteme-Herstellers Villiger zwischen Kasinostrasse und Kasinopark, für die das Baugesuch bis zum 11. September im unteren Rathaus aufliegt.

Läuft beim Baubewilligungsverfahren alles rund, sollte die Anlage im November betriebsbereit sein. Einstweilen sind die Stellen südlich der Glassammelstelle, wo die Einwurfsäulen zu stehen kommen sollen, auf den Pflastersteinen mit oranger Farbe markiert. Grundeigentümerin ist die Einwohnergemeinde Aarau. Der Standort der Sammelstelle, zwischen der Kasinostrasse und den Motorradabstellplätzen am Eingang zur Igelweid gelegen, befindet sich auf der Parzelle 1798, die den gesamten Kasinopark umfasst.

Vorerst die Altstadt im Fokus

Es dürfte nicht die letzte Anlage dieser Art in Aarau sein. Regina Wenk lässt durchblicken, dass nächstes Jahr weitere Unterflurcontainer folgen könnten – im Innern oder am Rand der Altstadt. Die Standortevaluation sei im Gang. Ob später Standorte in andern Quartieren hinzukommen, ist noch offen. Fakt ist, dass es in Aarau auch Unterflursammelstellen gibt, die von privater Seite realisiert werden. Allein im Torfeld Süd sind neun Container geplant. Und weitere, zeigt sich Wenk überzeugt, würden folgen.

Die Leerung der Unterflur-Sammelcontainer stellt an die Fahrzeuge der Müllabfuhr besondere Anforderungen. Ein gewöhnlicher «Ghüderwagen» genügt nicht. Provisorisch sind aktuell – auch für die Leerung der Altglascontainer – zwei Fahrzeuge parallel im Einsatz. Eines davon ist mit einem Kran ausgerüstet. Geplant ist deshalb die Anschaffung eines Spezialfahrzeugs mit einem geeigneten Kran, der den Container aus dem Boden zieht. Das Ziel, sagt die Werkhofchefin, sei klar: «Ein Fahrzeug, ein Mann.» Wenk bestätigt, dass die Ausschreibung für das Spezialfahrzeug sehr weit fortgeschritten ist. Billig ist ein solches nicht. Als die Stadt Zug vor sechs Jahren das UFC-Zeitalter einläutete, veranschlagte sie für das Kranfahrzeug 360 000 Franken.

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