Die beiden Sportschützen Hansrudolf Hochstrasser und Gerhard Künzli riefen im Jahr 1981 das Strohhaus-Schiessen ins Leben. «Wir stellten ein Budget auf mit 250 Schützen, doch die Mitglieder der Sportschützen meinten, dass diese hohe Zahl nie erreicht werde», berichtete Gerhard Künzli über die erste Durchführung. Schlussendlich nahmen 585 Schützen an diesem sportlichen Event teil, der auf der Anlage in Kölliken durchgeführt wurde.

Seit 1996 Schiessplatz «Rüteli»

Nach 15 Strohhaus-Schiessen auf der Anlage Kölliken kämpften ab 1996 die Schützinnen und Schützen auf der eigenen Anlage «Rüteli». Die Zahl der teilnehmenden Sportlerinnen und Sportler erreichte im Jahr 2002 mit 877 Schiesssportbegeisterten einen Rekord. In diesem Jahr schossen 659 Personen die verschiedenen Gruppen- und Einzelwettkämpfe.

Im Kranzstich «Gruppe» konnte das Siegerteam einen Barpreis von 300 Franken in Empfang nehmen. Für 100 geschossene Punkte im Gabenstich «Strohhaus» durfte eine Gabe im Wert von 50 Franken in Empfang genommen werden. Einen Metzgergutschein in der Höhe von 200 Franken gewann der Sieger des beliebten Ehrengabenstichs. Für den Preis in der Kategorie «Festsieger-Konkurrenz» wurden folgende Stiche in Berechnung genommen: Kranzstich «Gruppe» 100 Prozent, Gabenstich «Strohhaus» 100 Prozent und Ehrengabenstich 10 Prozent. An die drei Erstrangierten der drei Kategorien wurden Barpreise von 80 und 60 Franken.

Warum denn aufhören?

Diese berechtigte Frage versuchten in den letzten Wochen die Organisatoren des beliebten Schiessanlasses zu erklären. «Man wird älter, man spürt auch eine gewisse Belastung», erläuterte Präsident Hans Bäni den Entscheid.

Er ist jedoch sehr stolz auf den Nachwuchs von Muhen, der zu jungen Schützinnen und Schützen ausgebildet wurde. In Muhen will man die Jungmannschaft lieber bei der Stange halten, als sie praktisch jedes Wochenende zu auswärtigen Schiessanlässen zu verpflichten. Auch den bestandenen Schützen wird es manchmal zu viel, jährlich bis zu
40 auswärtige Schiessanlässe zu besuchen. Denn es ist eine bewiesene Tatsache: Wer nicht Schiessanlässe von anderen Vereinen besucht, dem ist auch nicht ein grosser Schützenaufmarsch an seinem Anlass beschieden.

Auf Jugendförderung setzen

Präsident Bäni ist der Meinung, weiterhin auf die Jugendförderung zu setzen. Wer weiss, vielleicht geht das Strohhaus-Schiessen nur in einen verlängerten Winterschlaf, und es kann durchaus sein, dass auf einmal in Muhen das 31.Strohhaus-Schiessen stattfinden wird. Eine zweite Möglichkeit wäre, dass ein anderer Verein in der Region den Schiessanlass, der gemäss Herbert Fischer, Abteilungsleiter 50 Meter des Aargauer Schiesssportverbandes, im Sportkalender fehlen wird, unter einem anderen Namen weiterführen würde.

Ranglisten des 30. Strohhaus-Schiessens unter www.sportschuetzen-muhen.ch.