1200 Tonnen schwer ist die Unterführung, die unter der Regie von Oberbauleiter Pius Bregy und Projektleiter Alejandro Fernandez erstellt und während der vergangenen drei Tage unter den Zuggeleisen bei Rohr verbaut wurde. Bereits seit Mitte Oktober sind die Konstruktionsarbeiten im Gang. Am Karsamstag um 12 Uhr begann die entscheidende Phase des Bauprojekts.

Insgesamt 1 800 Kubikmeter an Kiesmaterial wurden ausgehoben, zwei von vier Geleisspuren abmontiert, danach ein Teil der bestehenden Unterführung abgebrochen.

Die neue Unterführung, eine Stahlbeton-Rahmenkonstruktion (Bilder), wurde zwischen Ostersonntag und Ostermontagmorgen an die bestehende Unterführung (Surhard III) herangeschoben.

Das Bauvorhaben dient dem vom Kanton konzipierten Wildtierkorridor «Suret». Bereits als Ende der 90er-Jahre die Bahnstrecke Rupperswil-Aarau von zwei auf vier Gleise erweitert wurde, erhielten die SBB die Auflage, die Spannweite der ursprünglichen Wegunterführung unter den älteren zwei Geleisen auf 12 Meter zu erweitern und den Durchlass unter den neuen zwei Geleisen anzupassen.

Mit dieser Massnahme wird den Wildtieren die Passage erleichtert, denn das Bahntrassee mit hoher Zugdichte stellt für sie ein nur schwer zu überwindendes Hindernis dar.

10 Tonnen Kraftaufwand

Während einer nicht öffentlichen Baustellenführung am Ostersonntag wurde die neue Unterführung in Zentimeter- und Millimeterschritten auf Betonträgern, mithilfe von vertikalen Pressen, zwei diagonalen Pressen und über Gleitlager aus Teflon verschoben. So ist es möglich, dass die 1200 Tonnen schwere Rahmenkonstruktion mit einer Kraft von 10 Tonnen bewegt werden kann.

Stets kontrollieren die Bauarbeiter die Ausrichtung der Unterführung und nehmen gegebenenfalls kleinste Justierungen vor. Über 22 Meter muss die Wegunterführung transportiert werden, bevor sie mit dem bestehenden Durchlass verbunden werden kann.

Über die Ostertage haben die Bundesbahnen einen 65-Stunden-Intervall eingerichtet, während dem die Züge zwischen Rupperswil und Aarau nur auf zwei Geleisen verkehrten. Dadurch konnten auch die Kosten für die Erweiterung der Unterführung um 40 Prozent auf rund 7,5 Millionen Franken gemindert werden.

Auch Surhard II wird erweitert

Ein vergleichbares Projekt habe er noch nie geleitet, sagt Alejandro Fernandez. Auch für ihn sei es spannend zu beobachten, wie sich die Bauarbeiten entwickeln. «Man hat zwar viele genaue Kennzahlen und doch kann man nie jeden Fortschritt im Voraus abwägen.»

Für die Ostertage wurden aus diesem Grund mehrere sogenannte Meilensteine verabredet: Möglichkeiten für Fernandez, um sich mit den weiteren Verantwortlichen bei den SBB abzusprechen. Im schlimmsten Fall hätte das Intervall verlängert werden müssen.

Noch sind die Arbeiten um den Wildtierkorridor bei weitem nicht abgeschlossen, auch wenn ein grosser Aufwand seit Ostermontag vollbracht ist und die Züge wieder auf vier Geleisen verkehren. In den nächsten Wochen und Monaten gestalten die SBB die Umgebung um die Unterführung Surhard III neu und tiergerecht. Zudem wird auch die Unterführung Surhard II auf 16 Meter erweitert. Dies geschieht über die Pfingsttage.