Aarau

Bei richtigem Pfadiwetter: Kinder schnupperten Pfadiluft in der Stadt

Keine Pfadi ohne Lagerfeuer: Drei Leiter auf der Aarauer Igelweid.

Keine Pfadi ohne Lagerfeuer: Drei Leiter auf der Aarauer Igelweid.

Die Pfadiabteilungen St.Georg und Adler Aarau organisierten auf der Igelweid eine Werbeaktion. Die Pfadi müsse sich neu positionieren, sagte ein Mediensprecher.

Dass man ein Zelt nicht nur im Wald oder auf einer Wiese aufstellen kann, bewiesen die beiden Aarauer Pfadiabteilungen St. Georg und Adler gestern auf der Aarauer Igelweid. Mitten in der Stadt befestigten sie Zeltschnüre an Stangen und Wasserdollen statt an Heringen – was sich halt in der Umgebung anbot.

Ursprünglich war geplant, das Zelt im Kasinopark aufzustellen. Doch auf dem weichen Boden hätte das Zelt den Rasen beschädigt. So zügelten die Pfadifinder auf die Igelweid, wo richtiges Pfadiwetter herrschte – teils starker Regen und kühle Temperaturen. Doch die Pfadfinder demonstrierten, dass sie für alle Wetterbedingungen gerüstet sind. Das Pfadizelt blieb wasserdicht, das Lagerfeuer erlosch nie.

In die Schatzkisten griffen alle

Die Pfadileiter boten verschiedene Posten für Kinder an, die Pfadiluft schnuppern wollten. Im Zelt konnten sich die neugierigen Kinder einen Film über die Pfadi anschauen, während die Leiter die Eltern über die Pfadi informierten. Wem es draussen dann doch zu feucht wurde, konnte in der Stadtbibliothek eine Piraten-Augenklappe basteln. Besonders die Mädchen setzten sich gerne an den Basteltisch und schmückten ihre Augenklappe mit Mustern.

Es gab aber auch einige Kinder, die sich hinter ihrer Mutter versteckten, wenn sie von einem Pfadileiter angesprochen wurden – Filme schauen und Basteln konnte sie nicht begeistern. Doch als der Pfadileiter fragte, ob sie etwas aus der Schatzkiste wollten, griffen auch die scheusten Kinder in die Kiste voller Schokolade.

Pfadi muss sich neu positionieren

Es sei das erste Mal, dass die beiden Pfadiabteilungen eine solche Werbeaktion durchführten, sagte Kevin Klopfenstein. Er ist PR-Verantwortlicher in der Pfadi St. Georg: «Die Pfadi muss sich neu positionieren.» Die Konkurrenz anderer Freizeitangebote sei sehr gross geworden. «Kaum sind die Kinder drei Jahre alt, können sie schon in einen Fussballverein gehen», sagte er. Dazu komme das grosse Freizeitangebot zu Hause mit Fernsehern und Computer.

Nicht nur die zwei Aarauer Pfadis machen in dieser Woche Werbung. Am kommenden Samstag steht es allen offen, eine der 26 Aargauer Pfadiabteilungen zu besuchen. Für eine lustige Aktion sorgte die Pfadi Aargau zudem am Dienstag: Sechs Denkmäler im Aargau erhielten vorübergehend eine Pfadikrawatte. Die Pfadi Aargau begründete die Aktion so: «Die geehrten Persönlichkeiten hatten leider keine Möglichkeit, zu Lebzeiten Pfadis zu werden. Die heutigen Kinder und Jugendlichen schon.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1