Aarau
Behörden sagen nichts: Die Zukunft der alten Reithalle bleibt vage

Die Interessengemeinschaft T.u.T. ist nicht mehr für die Nutzung der Alten Reithalle verantwortlich. Sie würden nicht genügend informiert werden. Das bleibt so: Die Stadt Aarau und der Kanton Aargau sagen nicht, wer die Sommerbespielung durchführt.

Robert Benz
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Die Möglichkeiten zur Nutzung sind fast unbeschränkt. (Foto: «Nachtwachen», 2012) Emanuel Freudiger

Die Möglichkeiten zur Nutzung sind fast unbeschränkt. (Foto: «Nachtwachen», 2012) Emanuel Freudiger

Es bleibt unklar, wer ab Oktober die Alte Reithalle in Aarau bespielen darf. «Die kulturelle Zwischennutzung hat einen hohen Stellenwert», teilte gestern die Steuerungsgruppe Oxer mit, ohne zu sagen, wer sie fortführen wird.

Die Kulturverantwortlichen von Stadt und Kanton in dieser Steuerungsgruppe entscheiden über die Zukunft des kantonalen Theaters Aarau.

Nicht sehr hoch ist offenbar der Stellenwert der Interessensgemeinschaft Darstellende Künste Aargau (T.u.T.).

Vorwurf der Doppelfunktion

Urs Bircher, pensionierter Intendant und Regisseur, spricht an, was andere Kulturschaffende nicht laut zu sagen trauen: «Walter Küng vom Kuratorium und Gunhild Hamer vom Kanton haben ohne Einbezug von T.u.T. ein neues Konzept für die Bespielung der Reithalle ausgearbeitet. Das macht sie zu den künstlerisch bestimmenden Personen. Gleichzeitig sind sie wichtige Entscheidungspersonen bei der Vergabe von Geldern für Theaterprojekte der freien Szene.» Küng wehrt sich gegen den Vorwurf der Voreingenommenheit. Er habe die Angelegenheit mit Margrit Bühler von T.u.T. bereits besprochen: «Sie hat alle Informationen», so Küng. Zudem sei die Abteilung Kultur des Kantons Auftraggeberin. Und: «Urs Bircher hätte direkt mit mir Kontakt aufnehmen sollen.» (ROB)

Zwar betont die Steuerungsgruppe stets, dass T.u.T. in den vergangenen drei Jahren mit ihrem Konzept «Spiel(T)räume» und die Reithalle erfolgreich genutzt habe.

Doch ein Bekenntnis, mit T.u.T. weiterhin zusammenarbeiten zu wollen, hat es nie gegeben. «Es wurde kommuniziert, dass der Vertrag ausläuft», sagt Stadtrat Carlo Mettauer dazu bloss.

«Nach Auslaufen des Vertrages im Oktober 2013 werden einige organisatorische Änderungen durchgeführt, damit die Sommerbespielung im kommenden Jahr 2014 fortgesetzt werden kann», heisst es im Communiqué.

Laut Carlo Mettauer wird im Oktober eine Sitzung stattfinden, wo beschlossen wird, wer die Zwischennutzung ab nächstem Frühling durchführt.

Künstler und Geldgeber

Die Steuerungsgruppe schliesst zwar noch nicht aus, dass T.u.T. weiterhin für Kultur in der Alten Reithalle sorgen darf, doch hinter den Kulissen rechnet kaum jemand mehr ernsthaft mit einem Engagement von T.u.T. Obwohl ihre engagierte Arbeit bisher unbestritten war.

Unschön ist die Situation deshalb, weil mit Walter Küng ein Mitglied der Steuerungsgruppe für die weitere Konzeption besorgt ist, der sowohl Schauspieler, Kuratoriumsmitglied und Entscheidungsträger ist. «Geldgeber sollten nicht gleichzeitig Projektemacher sein, da sie sich so selbst finanzieren können», findet Intendant Urs Bircher (siehe Box).

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