Oberentfelden

Beherzter Gast half, den Täter von Oberentfelden zu überwältigen

Ein Mann schiesst in Oberentfelden um sich.

Ein Mann schiesst in Oberentfelden um sich.

Die Situation im «Freihof» ist am Mittwoch offenbar nur dank viel Glück nicht eskaliert. Der 68-jährige Walter Burger hat zusammen mit dem Wirt den Täter so lange festgehalten, bis die Polizei eintraf.

Der 57-jährige Schweizer, der am Mittwochabend im Restaurant Freihof in Oberentfelden in die Decke geschossen hat, war schwer bewaffnet. Dem beherzten Eingreifen von drei Männern ist es zu verdanken, dass die Situation im «Freihof» nicht eskaliert ist.

Gegenüber Tele M1 schilderte der 68-jährige Walter Burger, wie er zusammen mit dem Wirt den Täter so lange festgehalten hat, bis die Polizei kam. Laut Burger hätten vorerst verschiedene Gäste versucht, den Mann zu beruhigen.

Gast entriss Täter die Pistole

Einem Gast sei es schliesslich gelungen, ihm den Revolver zu entreissen. Der Wirt des Lokals hätte daraufhin die Chance gepackt und den Mann überwältigt. Gemeinsam, erzählte Walter Burger weiter, hätten sie ihn dann zu Boden gedrückt und in den Schwitzkasten genommen.

So gross der Mut der Gäste vorerst war, so tief sass der Schock bei ihnen gestern. «Ich denke, wir haben sehr viel Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist». Er sei einfach dem Wirt zu Hilfe geeilt, als er die Chance gesehen habe, den Typen zu stellen. Im Nachhinein sei ihm dann aber schon etwas «gschmuch» geworden.

Herkunft der Waffen unklar

Bewaffnet war der Mann laut Polizei nicht nur mit jenem Revolver, aus dem er einen Schuss abgegeben hat, sondern zusätzlich mit einem geladenen Gewehr. Für dieses hatte er laut Zeugenaussagen sogar ein gefülltes Ersatzmagazin in der Tasche.

Woher die Waffen stammen, klärt die Polizei ab. «Wir können noch nicht sagen, ob der Mann die Waffen rechtmässig besessen hat», erklärte Roland Pfister, der Informationschef der Kantonspolizei gestern.

Keine näheren Angaben machte Pfister zur Person des Täters. Der Mann sei im Bezirk Kulm wohnhaft - ob er in der Vergangenheit straffällig geworden sei, werde im Rahmen der Untersuchung abgeklärt.

Im Aargau zumindest, das konnte die Aargauer Zeitung in Erfahrung bringen, scheint der Mann bisher der Polizei nicht aufgefallen zu sein.

Klar scheint mittlerweile, dass es der Täter nicht auf die Gäste des Lokals abgesehen hatte, sondern auf seine getrennt von ihm lebende Ehefrau, die im «Freihof» als Serviceangestellte arbeitet.

Ob er der Frau tatsächlich Gewalt antun wollte, oder ob er einfach glaubte, mit Revolver und Gewehr in der verlangten Unterredung mit ihr die stärken Argumente zu haben, wird die wei-tere Untersuchung zeigen.

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