Aarau
Begutti-Lager: Jetzt organisiert es der Elternverein

Die Schule gibt nach dem Skilager auch die Organisation des Sommerlagers ab. Erstmals ist der Aarauer Elternverein für die Durchführung des Lagers verantwortlich.

Heidi Hess
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Die 3.-Klässler auf der Beguttenalp im letzten Sommer. Ch. Voellmy

Die 3.-Klässler auf der Beguttenalp im letzten Sommer. Ch. Voellmy

Christoph Voellmy

Nur wenige Kilometer von Aarau entfernt, auf der Beguttenalp, findet Sommer für Sommer das Begutti-Lager für Schulkinder statt – und das seit gut hundert Jahren. In den vergangenen Jahren aber wurde es immer schwieriger, ein Leitungsteam zu finden.

Bislang waren die Schulen Aarau für die Durchführung des Begutti-Lagers zuständig. Seit einigen Jahren fanden sich jedoch kaum noch Lehrpersonen, die sich aus freien Stücken bereit erklärten, das Sommerlager zu leiten.

«Die Leitung eines Sommerlagers zählt nicht zu den Kernkompetenzen der Schule», erklärt denn auch Schulpflegemitglied Ruedi Birchler. Schon 2009 überlegte sich deshalb die Aarauer Schulpflege den Elternverein Aarau (EVA) anzufragen, ob er künftig die Organisation des Sommerlagers übernehmen wolle.

Schon damals kündigte die Schulpflege auch an, dass man das Begutti-Lager anderenfalls aus dem Ferienangebot für Kinder streichen müsste.

Diese Tradition soll nicht sterben

Das hätte man vonseiten des Elternvereins allerdings sehr bedauert. Regula Simsa Lazic, Co-Präsidentin des EVA, sagt: «Es wäre sehr schade, wenn dieses traditionsreiche Lager nicht mehr durchgeführt hätte werden können.» Das Begutti-Lager sei das einzige Ferienlager in der näheren Umgebung für jüngere Mädchen und Buben.

Der Verein sprang deshalb in die Bresche, besuchte letzten Sommer die Beguttenalp und sprach dort mit den Leiterinnen und Leitern.

Seither ist der Elternverein für Ausschreibung, Anmeldung und die Finanzen des Begutti-Lagers verantwortlich – die Stadt wiederum unterstützt das Sommerlager der Aarauer Drittklässler mit einem namhaften finanziellen Beitrag.

Diese Jahr werden die Aarauer Drittklässlerinnen und Drittklässler auf der Beguttenalp zu Indianern. Sie werden sich einen Federschmuck kleben, am Lagerfeuer oder im Tipi hocken und sich Geschichten erzählen.

Und weil der Wald nah, die wilden Tiere, die in ihm leben, aber scheu sind, stehen auch Spurensuche und Fährten lesen auf Schleichpfaden auf dem Programm. So hat es Lagerleiterin Sophie Burger gemeinsam mit ihrem Team vorgesehen.

Burger, die das Begutti-Lager zum dritten Mal leitet, zum ersten Mal allerdings die Hauptleitung alleine innehat, spricht sogar von einem richtigen Pferd, das vielleicht auf Stippvisite auf die Beguttenalp kommt.

Es war leicht, Leiter zu finden

«Solange die Rahmenbedingungen für uns stimmen, spielt es keine Rolle, ob die Organisation des Lagers über die Schule oder den Elternverein läuft», sagt Sophie Burger. Für die Planung des Lagers bezüglich Thema, Programm oder Material sei die Lagerleitung zuständig, für Administration und Finanzen der EVA.

Die Zusammenarbeit mit dem Verein erlebe sie als «sehr positiv». Für Burger, die mitten in der Ausbildung zur Lehrerin an der Pädagogischen Hochschule steckt, war es ein Leichtes, ein Leitungsteam zusammenzustellen.

Zu den bisherigen Leitern gesellen sich ein paar Neue. «Es haben sich alle darum gerissen, eine Woche lang bei der Lagerleitung mitzuhelfen», sagt Lagerchefin Burger.

Das Küchenteam ist ganz neu: Marlies Portmann, die rund zehn Jahre lang auf der Begutti in den Töpfen gerührt hat, ist dieses Jahr nicht mehr dabei.

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