Oberentfelden

Begehrte Mietwohnungen: 200 neue Steuerpflichtige im Römerpark

Die Häuser auf dem Baufeld 4 (im Bild die Häuser E1 und E2) sind im Rohbau fast fertig.

Die Häuser auf dem Baufeld 4 (im Bild die Häuser E1 und E2) sind im Rohbau fast fertig.

Die zweite Etappe des Neubauquartiers in Oberentfelden ist bald fertig. Ausserdem nimmt der Anteil der vergebenen Mietwohnungen zu – die Gemeinde darf sich freuen.

Eigentlich ist es ein ganzes Quartier am südwestlichen Ortsausgang: Der Römerpark mit einem Anlagevolumen von über 100 Mio. Franken ist die grösste Wohnüberbauung, die in Oberentfelden je realisiert wurde. Der Gemeinde beschert sie im Endausbau einen Bevölkerungszuwachs um rund 500 Personen.

Das Areal umfasst insgesamt 4,4 Hektaren. Der Freiraum zwischen den insgesamt 19 in verschiedenen fröhlichen Farben daherkommenden Gebäuden lässt viel Luft. Rund 30 000 Quadratmeter wurden nämlich für Freiflächen wie Rasen, Spielplatz und Fusswege reserviert.

Bis 2017 wurden in einer ersten Etappe auf den Baufeldern 1 bis 3 total 16 Gebäude errichtet. Die zweite Etappe, die dem Römerpark auf Baufeld 4 drei weitere Gebäude hinzufügt, ist noch im Gang.

Für Oberentfelden ist das neue Quartier ein Segen. Dies nicht zuletzt in finanzieller beziehungsweise steuerlicher Hinsicht. «Wir rechnen mit rund 200 neuen Steuerpflichtigen», sagt dazu Gemeindeschreiber Dario Steinmann.

Diese werden einen höheren Steuerertrag generieren. Natürlich werden keine ganz dicken Fische in den Römerpark geschwemmt. Das lässt auch der Gemeindeschreiber durchblicken. Aber solider Mittelstand: «Viele Familien und Konkubinatspärchen.»

Mietwohnungen laufen besser

Im Römerpark traten zwei Bauherrschaften auf: Die Römerpark Immobilien AG mit Sitz in Stein AG erstellte Eigentumswohnungen, die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft Logis Suisse aus Baden Mietwohnungen.

Diese gingen zu Beginn deutlich besser weg als die Eigentumswohnungen. Im April 2017 waren 104 von 161 Mietwohnungen oder 65 Prozent bereits vermietet. Die ersten Mieter zogen im Mai ein. Ebenfalls im April letzten Jahres wurden auf dem Portal der Römerpark Immobilien AG noch weniger als 50 Prozent der Wohnungen als «verkauft» bezeichnet.

Mittlerweile hat sich die Quote gemäss Römerpark-AG-Website auf 67 Prozent erhöht. Doch auch diese Zahl, heisst es bei der Bauherrin, sei nicht mehr aktuell. Effektiv liege der Wert heute bei 72 Prozent. Also wären 90 von 125 Wohnungen verkauft.

Umwandlung in Mietobjekte

Deutlich höher ist immer noch die Auslastung der Mietwohnungen. Diese liegt nach Angaben von Logis-Suisse-Geschäftsleiterin Jutta Mauderli jetzt bei 94 Prozent. Das heisst, dass 150 Wohnungen vermietet sind.

Gebremst wurde Logis Suisse zwischenzeitlich ein wenig, wie Mauderli andeutet, dadurch, dass nebenan Wohnungen, die ursprünglich als Stockwerkeigentum hätten verkauft werden sollen, als Mietobjekte mit hohem Ausbaustandard auf den Markt kamen. «Inzwischen», sagt Mauderli, «läuft es bei uns wieder recht gut.»

Martin Kegli von der Römerpark Immobilien AG bestätigt den Sachverhalt: Auf dem südlichen Baufeld 3 seien bisher 25 Einheiten, die ursprünglich als Eigentumswohnungen geplant waren, als Mietwohnungen verkauft worden. In Inseraten der Zürcher Crowdhouse AG wurden solche Wohnungen dann unter Gewährung eines Rabatts – sechs Monate gratis wohnen – angeboten.

Baufeld 4 wird gegenwärtig überbaut. Hier ist nach Gemeindeschreiber Steinmanns Angaben demnächst die Rohbaukontrolle durch die Gemeinde fällig.

Die Fertigstellung, so Martin Kegli von der Römerpark Immobilien AG, ist noch für das laufende Jahr geplant. Im Haus D entlang der Walther-Bürsten-Strasse entstehen 16 Eigentumswohnungen. «Der Verkauf», so Martin Kegli, «ist noch in Vorbereitung.» Die andern Häuser auf Baufeld 4 seien verkauft worden.

In einem von ihnen - dem Haus E2, weiter vorne an der Walther-Bürsten-Strasse, bei der Einmündung in die Köllikerstrasse - wird Volg einen Laden betreiben. Die andern 24 Einheiten werden als Apartments vermietet. Den Volg können die Bewohner der Baufelder 2, 3 und 4 dereinst unterirdisch erreichen.

Bei jungem Publikum beliebt

Eines fiel Logis-Suisse-Geschäftsführerin Mauderli vor einem Jahr auf: «Der grösste Teil der Mieter stammt aus Entfelden oder aus der näheren Umgebung.»

Sprich: Viele zieht es in eine neue, grosszügige und helle Wohnung. Damit werden im Dorf aber ältere Wohnungen frei. Dass sich deswegen bei den älteren Objekten ein bedeutender Leerbestand feststellen lasse, verneint Gemeindeschreiber Steinmann.

Tatsache sei aber, dass viele, vor allem jüngere Leute in den Römerpark umgezogen seien – auch solche, die zum ersten Mal in einer Wohnung ausserhalb des Elternhauses lebten.

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