«Uns geht es gut», sagt Beatrice Huwiler (50), die Geschäftsführerin des Spar in Oberentfelden. Dies trotz grosser Mitbewerberdichte in der Umgebung. Vor 10 Jahren hat die Familie Huwiler den Spar an der Muhenstrasse 9 übernommen und seither erfolgreich neue Impulse gesetzt.

Worin liegt das Geheimnis des Erfolgs? Sind es die Öffnungszeiten, 362 Tage geöffnet, geschlossen bloss an Neujahr, Karfreitag und Weihnachten? Die Tatsache, dass der Spar jeden Tag offen hat, trage sicher zur Attraktivität des Ladens bei, sagt Beatrice Huwiler: «Man muss nichts mehr studieren; man kann jeden Tag einkaufen.» Doch der Laden lebt nicht von jenen, die 20 Kilometer fahren, weil die anderen Läden geschlossen sind.

2013 ausgezeichnet

«Ich glaube, den Kunden gefällt der familiäre Umgang», sagt Beatrice Huwiler. Sie ist die Geschäftsführerin, nachdem ihr Mann Bruno diese Funktion altershalber – er ist 65 – abgegeben hat. Beide sind in der Detailhandelsbranche zu Hause; vor dem Spar hatte Bruno 20 Jahre eine Coop-Filiale geführt. Dass er immer noch mitarbeitet, wenn auch mit weniger Verantwortung, ist für beide selbstverständlich. Leidenschaft.

Die Spar Handels AG kürte den Oberentfelder Laden zum Spar-Partner des Jahres 2013 «aufgrund hervorragender Leistung und überdurchschnittlichem Einsatz». Das Dokument hängt neben dem Tresen, wo offen Käse angeboten wird. Die Auszeichnung zeigt, dass Huwilers auf dem richtigen Weg sind. Beatrice Huwiler weiss: Es ging dabei nicht nur um Zahlen, sondern auch um Sauberkeit und Freundlichkeit. Der Preis: 10 Tage Südafrika.

Es kamen etwa 3000 Leute

Kundin Heidi Bachmann schäkert mit dem jungen Mitarbeiter an der Kasse. Ja, sie komme auch wegen ihm in den Spar, witzelt sie. Im Ernst: «Ich bin jeden Tag hier, alles ist frisch, und die Angestellten sind sehr freundlich», sagt sie. Am letzten Maiwochenende bedankten sich Huwilers mit einem Fest bei ihrer Kundschaft. Stammkundschaft. «An beiden Tagen kamen etwa 3000 Leute», sagt Bruno Huwiler. Der Laden dient den Menschen aus der Umgebung, dazu gehört auch das Altersheim, als Dorfladen, der zu Fuss zu erreichen ist.

Die schöne Geschichte von Flora

Kommunikativ sind sie, die Huwilers, und sie haben eine soziale Ader, ohne das an die grosse Glocke zu hängen. Bereits nach wenigen Monaten hätten sie bemerkt, dass sie drei Personen hätten kündigen müssen, um nicht vom Schicksal ihrer Vorgänger ereilt zu werden. Mit der Öffnungszeit am Sonntag konnte das abgewendet werden. Sie geben auch Menschen von der Stiftung Wendepunkt eine Chance zu arbeiten. Ihre Chance gepackt hat Flora Saiti (26). «Ich kam vor neun Jahren in die Schweiz, ohne Deutschkenntnisse, und konnte hier arbeiten», erzählt die junge Mutter. Ihre Eltern seien inzwischen zurück nach Mazedonien gegangen, sie aber hat sich dank ihren «Ersatzeltern» ohne Lehre zur stellvertretenden Marktleiterin im Spar Oberentfelden hochgearbeitet. Familiär. Die Marktleiterin Merima Rika ist ihre Schwägerin.

Regionale Produkte

Als Franchisenehmer von Spar haben Huwilers Freiheiten. So können sie ihr Sortiment selbstständig und selbstverantwortlich erweitern. «Die Leute freuen sich bereits auf Lüschers Erdbeeren aus Muhen», sagt Beatrice Huwiler. Zudem verkaufen sie Fleisch von der Metzgerei Berchtold in Muhen und Brot von regionalen Bäckern. Produkte aus der Region als Trumpf. «Das wird von unserer Kundschaft sehr geschätzt», sagt die neue Geschäftsführerin.