Suhr
Baustart auf Huggler-Areal: Es fehlt nur eine einzige Unterschrift

Auf dem alten Huggler-Areal tut sich was – aber nicht das, worauf das Dorf wartet. Denn die Eigentümer liegen miteinander im Clinch.

Katja Schlegel
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Alles wäre für das Baugesuchsverfahren bereit – bis auf ein kleines Detail.ksc

Alles wäre für das Baugesuchsverfahren bereit – bis auf ein kleines Detail.ksc

Katja Schlegel

Das Areal Citywerk Suhr (ehemals Huggler-Areal) rund um die Alte Mühle liegt zwar nicht in einem Dornröschenschlaf. Die verschiedenen Gebäude werden von Mietern aus ganz unterschiedlichen Branchen zwischengenutzt. Doch seit Jahren wartet man in Suhr ungeduldig auf den Prinzen, der das Industriegelände wachküsst und endlich zu dem macht, was seit Jahren versprochen ist: die «Parkresidenz Mühle». Geplant ist auf dem 2,2 Hektaren grossen Areal eine Wohnüberbauung mit zehn Mehrfamilienhäusern und rund 130 Einheiten zum Wohnen und Arbeiten (Eigentum und Miete), die sich um die Alte Mühle gruppieren. Das historische Gebäude als Herzstück des verkehrsfreien und parkähnlich gestalteten Areals soll saniert werden.

Kein Wunder, interessiert jede Regung auf dem Areal. Aktuell liegen auf der Bauverwaltung Suhr zwei Umnutzungsgesuche auf, eingereicht durch die Firma Theodor Huguenin Architekturbüro in Elsau (ZH). Das eine betrifft die künftige Nutzung eines Lagerraumes samt Aussenfläche am Mühleweg 20 durch eine Gartenbauunternehmung, die hier ihr Material lagern will.

Das zweite Gesuch betrifft das Reiterstübli am Mühleweg 18, wo Lager, Atelier und Hobbywerkstatt für die Restauration von Polstermöbeln entstehen sollen. Bei beiden Umnutzungen sind nur marginale Investitionen nötig. Die Baugesuche sind Auflage der Gemeinde Suhr, um die Übersicht über die Nutzung der Gebäude zu behalten. Beide Gesuche liegen noch bis 29. Oktober auf.

Um die alte Mühle sollen sich die Mehrfamilienhäuser gruppieren. (Visualisierung)

Um die alte Mühle sollen sich die Mehrfamilienhäuser gruppieren. (Visualisierung)

zvg

Seit 2015 wäre alles bereit

Die Antwort auf die Frage, warum es mit der Überbauung auch Jahre nach Auflage des Gestaltungsplans 2012 nicht vorwärtsgeht, ist kurz: Es fehlt eine Unterschrift. Die beiden Gesamteigentümer, die das Areal 2006 gemeinsam gekauft haben, liegen im Clinch. Solange das Baugesuch für die Parkresidenz Mühle Suhr – im März 2015 zur Prüfung bei der Bauverwaltung Suhr eingereicht – nicht von beiden Miteigentümern unterzeichnet ist, können das Baugesuch nicht aufgelegt und das Bewilligungsverfahren nicht gestartet werden. Mittlerweile muss das eingereichte Bauprojekt gemäss der im März 2017 geänderten Bau- und Nutzungsordnung sogar im Bauvolumen reduziert werden.

Die besagte Unterschrift verweigere der andere Miteigentümer seit über drei Jahren, sagt Architekt und Miteigentümer Theodor Huguenin auf Anfrage. Und eine Lösung ist nicht in Sicht: «Das Schiedsverfahren in dieser Streitsache wird noch länger andauern und ist nicht absehbar, wenn zwischenzeitlich keine Vergleichslösung gefunden werden kann.» Das heisst: Auch ein Termin für den Baustart ist und bleibt noch immer nicht absehbar.

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