Ende November 2018 haben die Abgeordneten des Gemeindeverbandes Lindenfeld den Einbau einer eigenen Küche im Alters- und Pflegeheim Lindenfeld und den dafür notwendigen Ausführungskredit mit einem Kostendach von 2,2 Mio. Franken einstimmig genehmigt.

Der Antrag des Vorstandes stützte sich auf ein Vorprojekt, das die Abgeordneten sechs Monate zuvor nach einlässlicher Diskussion in die Wege geleitet hatten. Bis zum 1. April liegt nun bei der Bauverwaltung Suhr das Baugesuch für den Einbau einer Gastroküche mit neuer Anlieferung im Untergeschoss öffentlich auf.

Wie aus dem Baugesuch hervorgeht, wird das Vorhaben des Pflege- und Geriatriezentrums auf 2,265 Mio. Franken veranschlagt. Das liegt aber nicht etwa daran, dass das Kostendach von 2,2 Mio. Franken für die Küche überschritten werden soll. Vielmehr beinhaltet das Baugesuch auch den Anbau eines zusätzlichen Balkons an der Lindenfeld-Südfassade und den Rückbau der provisorischen Bürocontainer, die der neuen Anlieferung im Wege sind.

Trennung vom KSA – weshalb?

Eine Neuausrichtung der Bewohner- und Gästeverpflegung im Lindenfeld macht den Einbau einer eigenen Küche nötig. Bisher ist das Heim, was die Mahlzeiten angeht, zu hundert Prozent vom Kantonsspital Aarau (KSA) abhängig. Der Transfer erfolgt durch einen unterirdischen Gang, der mit den Plänen für einen KSA-Neubau nicht harmoniert. Just in diesen Tagen hat die Stadt Aarau wieder diverse dem KSA erteilte Bau- beziehungsweise Rückbaubewilligungen publiziert. Bewilligt wurde auch der Abbruch und Rückbau unterirdischer Kanäle und Stollen.

Der Wunsch nach einer eigenen Küche im Lindenfeld erhielt letztes Jahr aber auch dadurch Nahrung, dass das KSA selber ein neues Verpflegungskonzept prüft. Dabei würden auch Lösungsansätze diskutiert, die noch weniger als bisher mit den Verpflegungsbedürfnissen einer Langzeitinstitution vereinbar seien, sagte Lindenfeld-Direktor Thomas Holliger im letzten Mai vor den Abgeordneten des Gemeindeverbandes Lindenfeld.

Im Raum stand auch die Kostenfrage. Der Verpflegungs-Tagessatz für 2019 liegt bei 30 Franken. Das KSA soll aber, wie Holliger damals ausführte, signalisiert haben, dass es dem Lindenfeld künftig pro Mahlzeit 36 Franken verrechnen müsse.

Letzten Endes folgten die Abgeordneten bei ihrem Entscheid, den Ausführungskredit für eine eigene Küche zu bewilligen, der Überzeugung, dass die für das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der Heimbewohner so wichtige Qualität des Essens am besten gewährleistet werden kann, wenn das Lindenfeld selber entscheiden kann, was wie zubereitet auf den Tisch kommt.

Kapazität im Untergeschoss

Wie an den beide letztjährigen Abgeordnetenversammlungen schon kommuniziert wurde, soll der jetzige Therapiebereich im Untergeschoss künftig als Produktionsküche genutzt werden. Möglich ist das, weil der Auszug der Demenzabteilung ins neue separate «Haus am Teich» zur Schliessung einer Abteilung im Hauptgebäude führt. Sprich: Die Therapieräume können vom Untergeschoss ins frei werdende erste Obergeschoss disloziert werden.

Das Umbauprojekt im Untergeschoss beinhaltet gemäss Baugesuch «Anlieferung, Produktionsküche, Abwaschbereich, Lagerbereiche (gekühlt und ungekühlt), Nassmüllentsorgung (Erdtank) sowie eine Personalkantine. Für Projekt und Ausführung zuständig ist die Buser + Partner AG, Aarau.

Balkonanbau Südfassade

Projektiert ist im Lindenfeld aktuell auch eine zusätzliche Aussenfläche im zweiten Obergeschoss. Die Terrasse auf der Südseite im ersten Obergeschoss wird um eine Stahlkonstruktion im nächst oberen Geschoss ergänzt. Farblich soll die neue Balkonanlage an die bereits bestehende Metallkonstruktion angepasst werden. Die Absturzsicherung werde aufgrund der Nutzung des Balkons durch demenzkranke Personen erhöht, heisst es im Baugesuch.

Der Boden wird aus vorfabrizierten Betonelementen gefertigt. Die bestehende Sonnenstore im ersten Obergeschoss wird demontiert und im zweiten Geschoss weiterverwendet. Das Projekt und dessen Ausführung wurden der Moser + Colombo Architektur AG, Aarau anvertraut. Die Gesamtkosten für den Balkonanbau werden auf 65 000 Franken veranschlagt.