Aarau
Baugesuch für Stadion-Passerelle: Brückenschlag zwischen Nord und Süd

Jetzt liegt das Baugesuch auf: Die Gebiete Torfeld Süd- und Nord sollen mit einer 130 Meter langen Passerelle für Fussgänger und Velofahrer verbunden werden, welche auch Fussballfans auf dem Weg von Parkplätzen zum neuen Stadion des FC Aarau führen.

Barbara Vogt
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Die neue Fussgänger- und Velobrücke beim Fussballstadion soll die beiden Gebiete Torfeld Süd und Nord miteinander verbinden.

Die neue Fussgänger- und Velobrücke beim Fussballstadion soll die beiden Gebiete Torfeld Süd und Nord miteinander verbinden.

Visualisierung: Synaxis

Im Torfeld Süd sind grosse Bauvorhaben geplant: Fussballstadion, Einkaufszentrum, Kino und ein Wohngebiet. Das Torfeld Nord, auf der anderen Seite der Gleise, ist noch ein Industriegebiet. Eine neue Nutzung ist aber bereits geplant. Diese beiden Gebiete sollen mit einer Passerelle für Fussgänger und Velofahrer verbunden werden, welche vor allem auch Fussballfans auf dem Weg von Parkplätzen zum neuen Stadion führt.

Die Pläne für die Passerelle liegen bis 21. Juli auf dem Stadtbauamt Aarau auf. Die gesamte Projektierung der 130 Meter langen Verbindung obliegt dem Generalunternehmer, der HRS Real Estate AG in Zürich, der auch das Stadion baut. Die Brücke wurde in einem Wettbewerbsverfahren 2012 erkoren. Kostenpunkt: 2,4 Millionen Franken.
Anfang 2013 hiess der Einwohnerrat Aarau 10 Millionen für die gesamte Infrastruktur im Torfeld Süd gut. Darin sind 1,62 Millionen für die neue Passerelle im Torfeld enthalten. Das ist der Anteil den die Stadt bezahlt, der restliche Betrag wird von den anderen Bauherren mitfinanziert.

Drei Treppen und drei Lifte

Die Passerelle, ein anthrazitfarbener Stahlfachwerkträger, mutet futuristisch an. Nachts soll das Bauwerk, das sieben Meter über den SBB-Gleisen durchführt, beleuchtet werden. Die Fussgänger oder Velofahrer erreichen die Verbindung entweder über eine der drei Glaslifte oder drei Treppen mit einem zusätzlichen Velostreifen. Das Ende im Torfeld Süd hat zwei Abgänge: einen zum Stadion, den anderen zur neuen Station der Wynental- und Suhrentalbahn.

Im Torfeld Nord gehen Treppe und Lift zur Rohrerstrasse, dort wo die IBA Aarau ihre neue Energiezentrale baut. Der Brückenpfeiler komme zwischen die Gleise zu stehen, sagt HRS-Projektleiter Omid Arami. Das sei möglich, weil die Gleise weit auseinanderliegen.

Im Baubeschrieb wird die Passerelle als zurückhaltendes und transparentes Gebilde bezeichnet, das «unbewusst unspektakulär in den beiden Gebieten Torfeld Nord und Süd ankommt und so die städtebauliche Dominanz dem Stadion und den weiteren neuen Gebäuden überlässt».

Der Baustart der Brücke steht noch nicht fest. Er muss auf den Neubau des Fussballstadions abgestimmt werden, sagt Arami. Solange die alten Gebäude im Torfeld Süd noch stehen, kann die Brücke nicht gebaut werden. «Auf alle Fälle muss die Passerelle vor dem Stadion stehen, damit Fussgänger und Velofahrer dieses erreichen können.»

Brückenteile geliefert
Die Konstruktionen für die Passerelle werden vorgefertigt angeliefert und an Ort und Stelle zusammengebaut. Insbesondere die Montage über die SBB-Gleise erfordert laut Projektleiter eine präzise Planung: «Hier wird die Brücke zwischen den Ober- und Unterleitungen der Züge zusammengebaut. Um den Zugverkehr zu gewährleisten, werden die Oberleitungen während der Bauzeit auf den Boden verlegt.

Übrigens bestanden bereits in den 90er-Jahren, im Zusammenhang mit dem Bahnhofneubau in Aarau, Pläne für eine Fussgängerbrücke. Das Projekt verlief aber im Sand.