Suhr
Bauern kritisieren vor der Mittellandmolkerei den zu tiefen Milchpreis

Der Milchpreis steht wegen Überproduktion unter Druck. Für die Situation, erklärten die gestern vor der Mittellandmolkerei in Suhr demonstrierenden Bauern, seien nicht sie verantwortlich, sondern die Milchverarbeitungsbetriebe, darunter Emmi.

Toni Widmer
Merken
Drucken
Teilen

Sie würden, behauptete Martin Haab, Co-Präsident der Bäuerlichen Interessengemeinschaft für Milchmarktkampf (Big-M), mit den Produzenten immer grössere Milchkaufverträge abschliessen, obwohl der Exportmarkt harze. Die Überproduktion würde zu Magerkäse verarbeitet und so billig auf dem Weltmarkt verramscht.

Das zurückbleibende Fett jedoch lagere in Form von Butter in der Schweiz und drücke hier auf den Milchpreis. Der höchste Butterberg, sagte der mit Seil und Haken ausgerüstete Haab weiter, lagere in Suhr. Man wolle ihn heute im Sinne einer Protestaktion besteigen.

Emmi wies die Vorwürfe, sie horte das landesweit grösste Butterlager, vehement zurück und erlaubte einer Big-M-Delegation gar, sich davon zu überzeugen. Der dezentralisierte Lagerbestand, erklärte das Unternehmen, läge aktuell bei 2500 Tonnen, das entspreche einem Monatsabsatz.

Emmi sei genau so wenig an einer Überproduktion interessiert wie die Bauern selbst und strebe deshalb eine branchenweite Lösung an. Eine solche könne aber nur über die Branchenorganisation Milch (BOM) führen, in der Produzenten, Verarbeiter und Detailhandel vertreten seien.