Erlinsbach
Bauer mäht Rehkitz zu Tode – rettende Nachbarin kam zu spät

Mit Hilfe von Jägern und Tierfreunden können Bauern vor dem Mähen Rehe aus den Feldern jagen und so blutige Dramen verhindern. Trotzdem sterben immer wieder Rehkitze qualvoll – zum Beispiel am Donnerstag in Erlinsbach.

Drucken
Teilen

Es war ein trauriger Anblick am Donnerstagabend in Erlinsbach: Ein zwei Tage altes Rehkitz war unter die Mähmaschine gekommen. Auf demselben Feld verendeten in den letzten drei Jahren mindestens drei Rehkitze. Das berichtet der Regionalsender Tele M1.

Stephanie Camenzind hat das tote Kitz gefunden. Dabei hatte die Nachbarin des Landwirts noch helfen wollen, damit es nicht zum Drama kommt: "Ich sagte (dem Bauern), dass es im Feld Rehe hat. Er wollte es nicht wahrhaben." Also wollte sie vor dem Mäher das Feld abmarschieren – kam aber zu spät, wie sie gegenüber "Tele M1" sagt.

Wenn ein Bauer immer wieder Rehe zu Tode mäht, könnte das den Tatbestand der Tierquälerei erfüllen. Das könnte bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe nach sich ziehen, sagt Bianca Körner von der Stiftung Tier im Recht. "Wir fordern eine konsequente Verfolgung und einen Ausschöpfung des Strafrahmens", sagt Körner.

Dabei müsste es gar nicht soweit kommen: Hilfe gäbe es von Jagdaufsehern. Sie verjagen die Tiere mit diversen Methoden aus den Feldern, bevor der Bauer das Gras mäht. Auch Drohnen können helfen, die Jungtiere zu retten. Die Brugger Fritz Lüssi (73) und Heinz Zubler (71) lassen Drohnen, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet sind, über Felder fliegen, um Rehkitze ausfindig zu machen, die von ihrer Mutter im Feld abgelegt wurden.

Der betroffene Landwirt aus Erlinsbach war nicht erreichbar. (mwa)

Aktuelle Nachrichten