Entstehen sollen auf dem Baufeld 6 gemäss Zeitplan bis im Frühling 2024 nicht weniger als 41 neue Wohnungen.

Es dürften drei Gründe sein, weshalb der Stadtrat die Schliessung der noch bestehenden Baulücke nördlich der Aarenaustrasse praktisch nahtlos an die Hand nehmen will. Erstens konnte die erste Reinvestition auf dem Baufeld 2 beim Schützenhaus entgegen den Erwartungen ganz aus eigenen Mitteln der Ortsbürgergemeinde finanziert werden. Zweitens gelang es, die neu entstandenen 36 Wohnungen innert kurzer Frist erfolgreich zu vermieten. Und drittens liegt für die jetzt eingefädelte zweite Etappe eine siegreiche Wettbewerbsstudie für die Überbauung der Kim Strebel Architekten aus Aarau vor, die nun mit dem beantragten Kredit von 1,2 Millionen Franken in ein konkretes Projekt überführt werden soll.

Weitere 10 Kies-Millionen

Mit seiner Absicht hält sich der Stadtrat an die von der Versammlung der Ortsbürgergemeinde im November 2015 beschlossene Liegenschaftsstrategie in der Aarenau im Aarauer Scheibenschachen. Die Grobkostenschätzung geht von einem Bauvolumen von gut 20 Millionen Franken aus.

Der Zeitplan ist laut der Botschaft an die Stimmberechtigten ambitiös: Stimmt die Ortsbürgergemeindeversammlung am 3. Juni dem Projektierungskredit zu, so rechnet man im Rathaus im Frühling 2021 mit der entsprechenden Baubewilligung und mit dem Baubeschluss an der Sommergmeind im Juni 2021. So könnte der Spatenstich im darauffolgenden Winter durchgeführt werden, der Bezug für die 41 neuen ortsbürgerlichen Wohneinheiten fiele nach diesem Fahrplan in den Frühling 2024.

Optimistisch sind auch die Prognosen für den Finanzbereich. So rechnet der Stadtrat für 2022, also während der Realisierung, mit einem Fehlbetrag von rund 14 Millionen Franken, doch bereits ein Jahr später würde sich die Schuld auf 10 Millionen Franken reduzieren. Dieser stehe laut der Botschaft «ein Finanzvermögen von rund 160 Millionen gegenüber», die entsprechende Verschuldung betrage damit nach Adam Riese nur knapp 10 Prozent, was als «sehr tief» einzustufen sei.

Konkurrenz von den Wohnungen auf Baufeld 8 ganz im Osten der Aarenau fürchtet man nicht. Diese Einheiten sind durch die Baurechtsnehmerin Fortimo Invest AG bereits im Entstehen, dürften im kommenden Winter bezogen werden und enthielten einen anderen Wohnungsmix.

Dass sich die Aarauer Ortsbürgergemeinde finanziell in einer komfortablen Lage befindet, zeigt auch ein Blick auf die Jahresrechnung 2018. Diese schliesst mit einem Überschuss von 5,8 Millionen Franken ab, allerdings zum grossen Teil dank Neubewertungen der Liegenschaften, die kein Bargeld in die Kasse spülen. Doch auch ohne diese buchhalterische Massnahme bleibt unter dem Strich ein Gewinn von 408'000 Franken. An der kommenden Gemeindeversammlung können die Aarauer Ortsbürgerinnen und Ortsbürger zudem über einen neuen Vertrag zur Restnutzung der Kiesgrube in Staufen abstimmen. Dieser sieht vor, dass dank dem weiteren Abbau durch die Aarekies Aarau-Olten AG in den nächsten 15 bis 20 Jahren ein Ertrag von maximal rund 10 Millionen Franken auf die Ortsbürgergemeinde Aarau entfallen soll.