Aarau
Bau des «Bahnhofs Aarau Süd»: Das Ende der nächtlichen lauten Bohrerei ist nah

Der Bau des «Bahnhofs Aarau Süd» (ehemals WSB) muss erlitten werden. Doch gute Nachrichten: Wenn nichts Ausserordentliches passiert, sind die nächtlichen Bohrarbeiten Ende nächster Woche oder spätestens in der übernächsten Woche fertig.

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Die Maschinen, mit denen die Bohrpfahlwände erstellt wurden, sorgten für Ärger.

Die Maschinen, mit denen die Bohrpfahlwände erstellt wurden, sorgten für Ärger.

uhg

Die Anwohner des ehemaligen WSB-Bahnhofes in Aarau waren in den letzten drei Monaten nicht zu beneiden. Und mit ihnen die Bauleitung, die die Reklamationen ertragen und wechselnde technische Herausforderungen bewältigen musste. Dank laufender Optimierungen durch alle Beteiligten konnten die Nachtarbeiten verringert werden. Und vor allem: Das Ende ist nah. Wenn nichts Ausserordentliches passiert, sind die nächtlichen Bohrarbeiten Ende nächster Woche oder spätestens in der übernächsten Woche fertig.

Demnächst steht das Schutzgerüst

Bis 2024 entsteht für 65 Millionen Franken das Gebäude «Bahnhof Aarau Süd». Bauherren sind die Metro Liegenschaften AG und die Aargau Verkehr AG (AVA, ehemals WSB). Es gibt neben einem neuen AVA-Bahnhof Läden, grosse Büroflächen (unter anderem für den AVA-Hauptsitz) und 64 vorwiegend kleinere Wohnungen.

Die Bauerei ist äusserst anspruchsvoll: Im Untergrund muss auf die Meyerschen Stollen geachtet werden. Bisher wurden sie nur in dem Bereich tangiert, in dem sie schon in der Vergangenheit und vor dem Beginn der aktuellen Bauarbeiten eingestürzt waren. Auf der Oberfläche hat es kaum Platz für die Baustelleninstallationen – es musste sogar die Fahrbahn der Hinteren Bahnhofstrasse verengt werden. Und im Süden ist die AVA-Fahrleitung des Gleises 12 ein Sicherheitsrisiko. Die Bohrpfahlwände, die dereinst den Baugruben-Aushub ermöglichen, können nur gebohrt werden, wenn aus Sicherheitsgründen der Strom abgestellt ist. Also nachts nach 21 Uhr. Die Nachtarbeiten sind so lang nötig, bis ein Schutzgerüst erstellt ist – das wird voraussichtlich am 9. Oktober der Fall sein.

Lärmarmer Bohrer hatte folgenschwere Panne

Ab Mitte August sollte nachts ein Bohrgerät zum Einsatz kommen, bei dem das besonders lärmintensive Ausklopfen des Ausbruchmaterials (Ausdrehen der Bohrschnecke) entfallen wäre. Doch diese Maschine erlitt aufgrund der Baugrundveränderungen eine Panne – und bis das Ersatzteil da gewesen wäre, hätte es zwei Monate gedauert.

Die Bauherrschaft und die Bauleitung entschieden sich mit einem anderen Bohrer für ein lärmarmes Verfahren, aber mit nur noch halber Bohrleistung. Dank Samstagarbeit (tagsüber) gab es kaum Verzögerungen.

Die Bohrwände werden in einer Etappe ausgeführt und sind bereits fast fertig erstellt. Ursprünglich waren zwei Etappen geplant. Dann hätte es im kommenden Frühling nochmals viel nächtlichen Lärm gegeben. Im Westen begannen bereits die Aushubarbeiten. (uhg)