Unterentfelden
Barriere bleibt kürzer unten – weitere Optionen wurden noch nicht vollkommen ausgeschöpft

Die Barriereschliesszeiten konnten durch einen Kunstgriff reduziert werden. Der Rückstau in Richtung Distelberg habe sich reduziert, hiess es an der Gmeind. Die WSB und das BAV seien aber nach wie vor noch «am Schräubeln».

Ueli Wild
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Bei der Abbiegung Erlifeldstrasse konnten die Rotphasen und damit der Rückstau auf der Hauptstrasse in den Spitzenzeiten verkürzt werden.

Bei der Abbiegung Erlifeldstrasse konnten die Rotphasen und damit der Rückstau auf der Hauptstrasse in den Spitzenzeiten verkürzt werden.

Ueli Wild

Seit im Frühjahr 2018 die bis dahin bloss mit Blinklichtanlagen ausgestatteten WSB-Übergänge bei den Einmündungen Erlifeldstrasse und Neufeldstrasse mit Schranken versehen wurden, hat Unterentfelden ein Stauproblem. Denn: Wenn die Halb-Barrieren runtergehen, warten nicht nur die von Aarau herkommenden Rechtsabbieger. Nein, es staut sich auch der Verkehr geradeaus, weil es für beide Fahrtrichtungen nur noch eine einzige Spur und ein gemeinsames Rotlicht gibt. Das ist die Lösung, mit welcher der Kanton auf das Drängen des Bundesamtes für Verkehr (BAV) nach mehr Sicherheit reagiert hat – und die vom BAV akzeptiert wurde.

Weniger weit her ist es mit der Akzeptanz seitens der Verkehrsteilnehmer. Im letzten Herbst startete die FDP Unterentfelden deshalb eine Online-Petition, die innert kürzester Zeit massiven Zuspruch fand. Zwei Forderungen enthielt das Begehren. Erstens: Der Geradeausverkehr auf der Hauptstrasse solle nicht mehr zusammen mit dem Rechtsabbiegerverkehr gestoppt werden. Zweitens: Die Bahnschranken-Steuerung sei so zu optimieren, dass sich die Wartezeit wieder auf ein vernünftiges Mass reduziere.

Der Kanton machte von Anfang an klar, dass eine Rückkehr zum alten Regime mit einer überbreiten und doppelt beampelten Fahrspur auf der Hauptstrasse, worauf die erste Forderung letztlich hinauslief, nicht infrage komme. Spielraum gebe es nur bei den Schliesszeiten der Barrieren, hiess es beim Kanton im letzten Herbst auf Anfrage der AZ. Entsprechende Abklärungen mit der WSB respektive der Aargau Verkehr AG seien im Gang.

Zwangshalt auf dem Distelberg

Unter dem Traktandum «Verschiedenes» wurde das Barrieren-Thema an der Gemeindeversammlung vom Montagabend aus dem Plenum angesprochen. Gemeinderat Alfred Stiner machte hierauf deutlich, dass mittlerweile in Bezug auf die Schliesszeiten eine Korrektur erfolgt ist. In den Spitzenzeiten, vor allem abends, sagte Stiner, sei der Rückstau vor der Abbiegung Erlifeldstrasse merklich kleiner geworden. Dies weil die WSB oben auf dem Distelberg das Haltebedarfssignal nun so eingestellt habe, dass der Zug immer halten müsse – und nicht mehr nur, wenn jemand den Halt-auf-Verlangen-Knopf gedrückt habe. Auf diese Weise sei es gelungen, die Barrierenschliesszeiten bei der Abbiegung Erlifeldstrasse zu verkürzen.

Es wird weiter «geschräubelt»

Beim anderen Problemübergang, der weiter südlich gelegenen Abbiegung Neufeldstrasse, lasse sich dagegen wohl nichts machen. Stiner liess aber durchblicken, dass die WSB und das BAV nach wie vor «am Schräubeln» seien.

Ein Gemeindeversammlungsteilnehmer erklärte, man habe zwar versucht, das Gefahrenpotenzial zu verringern, doch in gewisser Weise sei die Situation nun gefährlicher als zuvor. Viele Automobilisten würden jetzt nämlich losfahren, wenn die Barriere hochgehe, obwohl die Ampel noch auf Rot stehe. Gemeindeammann Heinz Lüscher bestätigte den Sachverhalt: Es sei eine grosse Zunahme der «Rotfahrer» festgestellt worden. «Aber das können wir nicht ändern.» Ein Versammlungsteilnehmer schlug vor, den gut sichtbaren Vermerk «Bitte auch Lichtsignal beachten» anzubringen. Gemeinderat Alfred Stiner versprach: «Das geben wir an Aargau Verkehr weiter»

ABGESETZTES TRAKTANDUM

Zukunft des Vertrags mit Eniwa ist offen

Das Geschäft «Konzessionsvertrag mit der Eniwa AG für die Versorgung mit Wärme/Kälte und Erdgas/Biogas/Wasserstoff» hatte der Gemeinderat vorgängig von der Traktandenliste abgesetzt. Dies, wie Gemeindeammann Heinz Lüscher klar machte, nach Diskussionen mit der Finanzkommission, die Widerstand signalisiert hatte. Die FDP hatte zudem einen Rückweisungsantrag angekündigt. – «Wir gehen davon aus», sagte Lüscher, «dass wir allenfalls mit einem angepassten Vertrag noch einmal vor die Gmeind kommen.» Es sei aber auch möglich, dass das Geschäft nie mehr spruchreif werde. Lüscher machte im Weiteren klar, dass der Gemeinderat an der aktuellen Versammlung keine Diskussion über ein abgesetztes Traktandum wünsche. – Das gleiche Geschäft ist für die Oberentfelder Gmeind von übermorgen Freitag traktandiert. Auch dort gibt es Widerstand vonseiten der FDP. (uw)