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Bank und Ärzte am Tor zum Suhrental

Die Seniorenresidenz in Oberentfelden im Ammann-Center wird um einen zweiten Trakt erweitert. Das Gebäude soll 2012 stehen.

Hubert Keller
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Die Seniorenresidenz im Ammann-Center an der Muhenstrasse in Oberentfelden wird um einen Trakt B erweitert. Bis im Frühling 2012 wird ein Gebäude realisiert, das nicht nur weitere 7 Seniorenwohnungen aufnimmt, sondern auch eine Filiale der Aargauischen Kantonalbank AKB und ein Ärztezentrum.

Mit der AKB sei es ihm gelungen, seinen Wunschpartner zu gewinnen, sagte Rolf Ammann mit sichtlicher Genugtuung. Diese ist offensichtlich beidseitig. Mit der «Filiale am Tor zum Suhrental» suche man die Nähe zu den Kunden, sagte René Chopard, Mitglied der Geschäftsleitung der AKB, nachdem er den Mietvertrag unterzeichnet hatte. Mit dem Standort Oberentfelden – «ein strategischer Entscheid» – erhofft er sich Ausstrahlung in die Region.»

Areal wird nachhaltig entwickelt

1992 gab Ammann die Schuhfabrikation in Oberentfelden auf. Seither werden die Liegenschaften vermietet. Entstanden ist ein veritables Einkaufs- und Dienstleistungszentrum. Das Angebot umfasst Detaillisten ebenso wie einen Hundesalon oder ein Sportgeschäft.

Die Ammann-Schuhe werden heute in Italien hergestellt und mit über 200 Verkaufsstellen in 8 Ländern Europas vertrieben.

Im Jahr 2007 wurde der Trakt A der Seniorenresidenz mit 22 Wohnungen eröffnet. In drei Gewerberäumen sind zudem eine physiotherapeutische Praxis sowie ein Coiffeur- und ein Kosmetiksalon untergebracht.

Nun realisieren Vater Rolf und Sohn Marc Ammann den Trakt B, der nebst weiteren 7 Seniorenwohnungen die erwähnte AKB-Filiale und ein Ärztezentrum (Gemeinschaftspraxis) beherbergen wird. Die beiden Ammanns wollen das Areal mit «bedarfsgerechten Angeboten sukzessive und nachhaltig weiterentwickeln».

Es herrscht ein Mangel

Keine Zweifel am Bedarf eines Ärztezentrums liess Hansruedi Federer aufkommen. Der Unternehmensberater aus Dottikon begleitet das Projekt: «Im Einzugsgebiet von Oberentfelden mit rund 22000 Einwohnern mangelt es, obwohl Aarau nicht weit weg ist, vor allem an medizinischer Grundversorgung.» Federer rechnete am gestrigen Pressetermin vor, dass gemessen an der schweizerischen Ärztedichte rund neun Allgemeinpraktiker fehlen.

Man spricht hochdeutsch

Vreni Friker, die als Vizeammann auch gleich persönlich die Baubewilligung überbrachte, doppelte nach: «Je besser die medizinische Grundversorgung mit Hausärzten, umso günstiger ist unser Gesundheitswesen.» Darin kennt sie sich aus; sie ist als Grossrätin Mitglied der Gesundheitskommission. Friker verwies auf die demografische Entwicklung, die den Ärztenotstand im Bereich der Hausärzte, der Psychiatrie und der Pädiatrie noch verstärke: «In sechs Jahren fehlen in der Schweiz 2700 Mediziner im Bereich der Grundversorgung.»

Der Abbruch der beiden Liegenschaften zwischen Muhenstrasse und dem 2007 eröffneten Trakt A der Seniorenresidenz erfolgt im Januar, der Aushub im Februar und März, bevor am 1. April mit den Bauarbeiten gestartet wird. Den Bezug des Neubaus plant Rolf Ammann im 1. Quartal 2012.

An der Muhenstrasse zwischen Raiffeisenbank und Ammann-Center steht ein Bauernhaus, für das Rolf Ammann ein Vorkaufsrecht besitzt. Der Handwechsel ist auf Anfang Jahr geplant. Ammann plant hier einen Gastrobetrieb mit Restaurant, Pub und Wintergarten. Das Haus stammt aus dem Jahr 1770, steht aber «nicht unter Heimatschutz», wie Rolf Ammann betonte.

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