Densbüren

Bambus an den Füssen – Diese Socken haben einen grossen Vorteil

Michael und Sandra Wenk in ihrem Sockenlager. Die Bambussocken sind echt, die Bambuspflanze nicht.

Michael und Sandra Wenk in ihrem Sockenlager. Die Bambussocken sind echt, die Bambuspflanze nicht.

Sandra und Michael Wenk haben den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und verkaufen ein spezielles Produkt. Sie erklären, was ihre Bambussocken besser können als das Pendant aus Baumwolle.

Noch vor ein paar Jahren hatte Sandra Wenk keine Ahnung, dass aus Bambusfasern Textilien hergestellt werden können. Heute führt sie in Densbüren zusammen mit ihrem Mann einen Onlineversand, der aus Bambus gefertigte Socken anbietet. Die gelernte Detailhandelsfachfrau Textil hat schon immer den Traum einer eigenen Boutique gehegt. Dazwischen kamen die Kinder, der Traum wurde zurückgestellt, aber nicht aufgegeben. Statt eine Boutique zu führen, entwickelte Sandra Wenk den Wunsch, von zu Hause aus arbeiten zu können. Im Jahr 2010 gründete sie eine Firma, die über das Internet Kinderkleider vertrieb. Das Geschäft lief jedoch nicht sehr gut und 2012 stand die Familie Wenk am Scheideweg. «Wir wussten, dass wir entweder alles aufgeben oder mit einer anderen Idee durchstarten mussten», sagt Sandra Wenk.

Die Wenks entschieden sich, den Traum von der Selbstständigkeit noch nicht aufzugeben und machten sich auf die Suche nach einer neuen, aussergewöhnlichen Geschäftsidee. Im Internet wurden sie auf einen Businessplan für einen Bambussocken-Onlineshop aufmerksam. Der Plan stand zum Verkauf, die Wenks schlugen zu.

Nicht nur die elastische Bambusfaser, auch die ökologische Bilanz der Pflanze überzeugte die Unternehmer: «Bambus wächst sehr schnell und braucht dabei nur wenig Wasser. Zudem muss er nicht mit Pestiziden behandelt werden», sagt Sandra Wenk. Doch wie entsteht aus einer Pflanze, die so hart ist, dass sie in Asien zum Bau von Gerüsten verwendet wird, eine weiche Socke? Die Antwort darauf ist Viskose. Der Stamm des Bambus wird zu einem Brei verarbeitet, nach einem Laugebad können aus dieser Masse Fäden gesponnen werden.

Socke ist geruchsresistent

Vom Ergebnis ist die Familie Wenk inklusive der beiden Kinder überzeugt, zumal sie bei den Socken einen eindeutigen Vorteil gegenüber herkömmlichen Baumwollsocken sehen: «Die Socken geben auch nach längerem Tragen keinen schlechten Geruch ab», sagt Michael Wenk. Wieso das so ist, sei nicht ganz klar. Erwiesen sei jedoch, dass die Bambussocken einen höheren Fasersättigungspunkt haben, als andere Socken. Das bedeutet, dass sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen können und das Tragegefühl immer noch angenehm bleibt, erklärt Michael Wenk. Die Reaktionen der Kunden bestätigen diese Eigenschaft. Ein Kunde meldete, dass er seine Socken vier Tage lang ohne Geruchsbildung getragen habe.

Den Schritt in die Selbstständigkeit bereuen die Wenks nicht. 2014 gründete das Ehepaar die Bambussocken-Shop GmbH, um ihre Marke zu schützen. «Das Geschäft ist gut angelaufen, wir liefern Socken in die ganze Schweiz und ins nahe Ausland», sagt Sandra Wenk. Sie geniesst es, unter einem Dach zu wohnen und zu arbeiten. Doch als Unternehmer darf man nicht stillstehen. Als nächstes Projekt soll im Sockenlager eine Verkaufsecke entstehen.

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