Suhr

Bahnhofareal Nord: Nächste Woche fahren Bagger für «Suhr von morgen» auf

Jörg Hilfiker von der Genossenschaft Milchproduzenten Mittelland (l.) und Jan Hlavica, Projektverantwortlicher der Metron Architektur AG.iseli

Jörg Hilfiker von der Genossenschaft Milchproduzenten Mittelland (l.) und Jan Hlavica, Projektverantwortlicher der Metron Architektur AG.iseli

Nächste Woche werden die Liegenschaften zwischen Bahnhof und Bernstrasse abgerissen, im Juni startet der Bau für das Wohn- und Gewerbehauses «Suhrportal». Im Herbst sollen die ersten Mieter einziehen können.

Noch spriesst auf dem Areal zwischen Bahnhof und Bernstrasse West nicht viel mehr als der Löwenzahn. Bereits Ende Juni soll hier aber der Rohbau des Wohn- und Gewerbehauses «Suhrportal» in die Höhe wachsen: ein drei- bis viergeschossiges Haus mit rund 1200 Quadratmetern Gewerbefläche im Erdgeschoss und 36 Wohnungen.

Erste Erschliessungsarbeiten sind bereits in Gang, eine Kanalisationsleitung muss umgelegt werden. Nächste Woche fahren die Bagger auf, das ehemalige Vorhangatelier des Möbelhauses Pfister und das Bauernhaus werden abgerissen und ab Mitte Mai erfolgt der Aushub für Tiefgarage und Kellerräume.

Über zehn Jahre hat es gedauert vom Masterplan über die Machbarkeitsstudie und den Gestaltungsplan bis hin zur Baubewilligung. Eine gefühlsmässig lange Zeit – und doch ging es schlussendlich schneller, als erwartet: Gegen das Baugesuch ist keine Einsprache eingegangen, das Projekt liegt voll im Zeitplan.

«Die Gemeinde Suhr ist stark daran interessiert, dass hier etwas passiert, und hat uns keine Steine in den Weg gelegt», sagt Jörg Hilfiker, Vertreter der Grundeigentümerin und Bauherrin, der Genossenschaft Milchproduzenten Mittelland (MPM) mit Sitz in Suhr.

Wenn es so weiter geht, ziehen im Herbst 2015 die ersten Gewerbetreibenden und im Winter die ersten Mieter ein. Die Brache mitten im Dorfkern, direkt gegenüber dem Bahnhof, bekommt endlich ein Gesicht.

Der Blick von der Bernstrasse West auf das «Suhrportal»

Der Blick von der Bernstrasse West auf das «Suhrportal»

Wohnraum für junge Pendler

«Ein neues Gesicht, ein neues Tor zum Dorf, deshalb auch der Name ‹Suhrportal›», sagt Hilfiker und zeigt auf die grosse Werbetafel am Strassenrand: zwei junge Menschen, Mann und Frau, eingerahmt mit Neonfarben, darüber der Slogan «Hier entsteht das Suhr von morgen».

Das Zielpublikum für die Mieterschaft ist klar definiert: «Die Nähe zum Bahnhof soll Mieter anziehen, die auf Mobilität angewiesen sind», sagt Jan Hlavica, Projektverantwortlicher bei der Metron Architektur AG.

Für Familien sei der Standort weniger geeignet, allein schon wegen der Wohnungsgrössen von 50 bis 95 Quadratmetern bei höchstens dreieinhalb Zimmern.

Während zur Bahnhofstrasse hin auf drei Etagen Wohnungen gebaut werden, sind es zur Bernstrasse hin zwei Stockwerke. Dies, um den Bären vis-à-vis nicht zu konkurrenzieren. Die Wohnungen werden über zwei Treppenhäuser und Laubengänge erschlossen, ein begrünter Innenhof schafft eine ruhige Oase zwischen Hauptverkehrsachse und Bahnhof.

«Mittels kontrollierter Lüftung und Minergiestandard können wir den Lärm in den Wohnungen vermeiden», sagt Hlavica. Zum Bahnhof hin gibt es eine vier Meter tiefe Arkade. «Hier stellen wir uns vor, dass ein Bistro- oder Cafeteria-Betrieb einziehen könnte», sagt Hilfiker.

Bau stört Strassenprojekt nicht

Eine Baustelle direkt neben der Bernstrasse, die der Kanton in den nächsten Jahren ausbauen will, kommt man da einander nicht in die Quere? Hilfiker verneint, man habe die Planung mit den Verantwortlichen abgesprochen. «Wir sollten gut aneinander vorbei kommen. Bis der Kanton mit den Arbeiten anfängt, sollten wir bereits fertig sein.»

Abgerissen werden übrigens nicht nur das ehemalige Vorhangatelier und das Bauernhaus, sondern zu einem späteren Zeitpunkt auch die «alte Butteri», bis 1973 Produktionsstandort des Aargauer Milchverbandes, sowie mehrere Wohnhäuser.

Dies erfolgt aber nicht unter der Federführung der MPM, sondern der Anlagestiftung der Credit Suisse, die rund zwei Drittel des Landstreifens gekauft hat. Laut Gestaltungsplan sollen hier rund 140 Wohnungen und 800 Quadratmeter Gewerbefläche entstehen. Ein entsprechender Studienauftrag läuft derzeit.

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