1926 nimmt die Rapid Motormäher AG als erste Firma der Welt die serienmässige Produktion eines motorbetriebenen Einachsenmähers auf. Eine landwirtschaftliche Revolution. Nun steht die Firma aus Killwangen vor der nächsten bahnbrechenden Erfindung: Dem selbstfahrenden Motormäher. Auch der bundeseigene Rüstungskonzern Ruag ist im Projekt involviert. Auf der Liebegg wird der «Cosmos» heute erstmals dem breiten Publikum vorgestellt.

«Der Mäher ist mein Baby», sagt Daniel Schatzmann. Der Entwicklungsingenieur bei Rapid AG hat den «Cosmos» erfunden – zumindest einen seiner Vorläufer. In seiner Diplomarbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Windisch hat er vor sechs Jahren einen GPS-gesteuerten Rasenmäher entwickelt. «Niemand mäht schliesslich gerne Rasen», sagt der 30-Jährige lachend.

«Cosmos» bei der Arbeit.

«Cosmos» bei der Arbeit.

Heute ist Daniel Schatzmann einer von rund 130 Mitarbeitern der Rapid AG, die im Bereich Land- und Kommunaltechnik über 30 Millionen Franken Umsatz pro Jahr machen. Hier arbeitet er am «Cosmos». Und der kann weit mehr, als den Vorgarten mähen. Das drei Meter breite Landwirtschaftsgerät ist mit Software ausgestattet und verfügt über zwei GPS-Antennen. Dadurch fährt der Mäher selbstgesteuert und muss nicht manuell geführt werden. Das dafür notwendige Navigationssystem programmiert die Rapid AG in Zusammenarbeit mit der Ruag. Das Korrektursignal empfängt der «Cosmos» über das Mobilfunknetz oder eine Referenzstation.

Mensch bleibt Kontrollinstanz

Vergangenes Jahr führten Bauern erstmals Feldtests durch. «Die Rückmeldungen auf das komplett neue System waren gut», sagt Philip Schwendener, Projektleitung Praxiseinsätze. Doch wie funktioniert das «Mähen 2.0»? Zuerst mäht man manuell mithilfe einer Fernsteuerung die Feldgrenzen. Den Rest erledigt der «Cosmos» von selbst. Er mäht, hebt am Ende des Feldes ab und macht eigenständig kehrt.

1,5 Hektaren schaffen die drei Prototypen pro Stunde durchschnittlich. Die Maximalleistung des 500 Kilogramm schweren Geräts beträgt 12 Kilometer pro Stunde. Laut Lukas Zumsteg, Leiter Vertrieb bei der Rapid AG, verfügt der «Cosmos» über verschiedene Vorteile gegenüber gängigen Methoden. Zum einen werde der Arbeitsaufwand minimiert. Ausserdem biete die neuartige Technologie ökologische Vorteile. Durch das im Vergleich zu Traktoren geringere Gewicht könnten Bodenverdichtung und Emissionen reduziert werden. Ausserdem wird das Produkt im Handel wahrscheinlich einiges weniger kosten als ein Traktor.

Wie tief Landwirte für den «Cosmos» in die Tasche werden greifen müssen, kann Lukas Zumsteg nicht sagen. Wann der Mähroboter in den Handel kommt, steht noch in den Sternen. «Beim ‹Cosmos› handelt es sich nicht um ein fertiges Produkt, sondern um ein Projekt» betont Lukas Zumsteg.

So oder so: Den Bauern oder die Bäuerin wird die neue Technologie in nächster Zukunft wohl nicht komplett ersetzen. Hindernisse erkennen die Prototypen erst bedingt. Ohne dass jemand die Fernbedienung gedrückt hält, fährt der «Cosmos» deshalb nicht. Wie bei selbstfahrenden Autos hinke die Rechtslage hinterher, sagt Lukas Zumsteg. Im Moment sei daher der Mensch das Sicherheitssystem.