Aarau
Baghdadis verkaufen Scooter-Filialen – setzen sich aber nicht zur Ruhe

Hanny und Tarek Baghdadi haben Teile ihres Aarauer Textilunternehmens «Scooter Fashion» an die Berner Loeb AG verkauft. Die Hände legen sie aber auch nach 40 Jahren im Geschäft noch lange nicht in den Schoss.

Katja Schlegel
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Die Scooter-Fashion-Boutique an der Ecke Graben/Hintere Vorstadt wird von Loeb übernommen.

Die Scooter-Fashion-Boutique an der Ecke Graben/Hintere Vorstadt wird von Loeb übernommen.

Katja Schlegel

1972 nahm die Erfolgsgeschichte von Hanny und Tarek Baghdadi in einer Strasse im Libanon ihren Anfang und fand in Aarau ihre Fortsetzung: 40 Jahre lang haben sie von ihrem Hauptsitz in der Telli aus an ihrem Textilhandelsunternehmen «Scooter Fashion» gearbeitet und in zehn Schweizer Städten 15 Filialen eröffnet. Jetzt haben die beiden neun Geschäftsstellen an die Berner Loeb AG verkauft, der Übergang wird schrittweise bis Ende Juni stattfinden.

Noch im Sommer, bei einem Interview anlässlich ihres 40-Jahr-Jubiläums, hatten die Baghdadis nicht ans Aufhören gedacht. «Manche Dinge entwickeln sich unerwartet schnell», sagt Hanny Baghdadi heute. Es sei ein sehr emotionaler Entscheid gewesen. «Aber man muss Chancen packen, wenn sie da sind.»

60 Arbeitsverträge übernommen

Loeb kauft neun Scooter Fashion Shops in den Städten Aarau, Basel, Biel, Fribourg, Luzern, Zug und Zürich. Nach dem Umbau der Filialen sollen in Kooperation mit bekannten Textil- und Accessoires-Marken neue Monolabel- und Multilabel-Stores unter dem Namen des jeweiligen Labels entstehen, wie Loeb in einer Mitteilung schreibt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Nebst den laufenden Mietverträgen und Ladeneinrichtungen übernimmt Loeb auch sämtliche 60 Mitarbeitenden der betroffenen Standorte. «Wir sind sehr glücklich, eine familiengeführte und solvente Schweizer Unternehmung gefunden zu haben, und dass ein grosser Teil unserer Mitarbeiterinnen einen garantierten Arbeitsplatz haben wird», sagt Hanny Baghdadi. Das sei ihr Hauptziel gewesen.

Für die restlichen Boutiquen in Thun, Frick und Brig und den Outlet-Shops in Basel, Schönenwerd und Lausanne stünden sie derzeit mit verschiedenen interessierten Firmen in Verhandlungen. Sie sei optimistisch, auch für diese Filialen gute Lösungen zu finden.

«Da könnten Türchen aufgehen»

Und noch legen die Baghdadis die Hände nicht in den Schoss: Eine Markenvertretung werden sie weiterführen. Ausserdem hätten verschiedene Mitarbeiterinnen Interesse angemeldet, einzelne Abteilungen des Unternehmens zu übernehmen und weiterzuführen. «Es liegen viele spannende Ideen auf dem Tisch, da könnte das eine oder andere neue Türchen aufgehen», sagt Hanny Baghdadi. Konkret sei diesbezüglich noch nichts. Fest steht aber, dass die Baghdadis künftig nur noch im Hintergrund mitarbeiten wollen.

«Wir werden uns fulminant von unseren Stammkundinnen verabschieden», verspricht Hanny Baghadi. So sind beispielsweise im März spezielle «Merci»-Modeschauen geplant.