Aarau

Bagger beschädigt aus Versehen die «Römermauer Oberdorf»

Die in den Fünfzigerjahren bei der «Burestube» (l.) restaurierte Römermauer ist beschädigt.

Die in den Fünfzigerjahren bei der «Burestube» (l.) restaurierte Römermauer ist beschädigt.

Nun wird die Mauer wiederhergestellt und Teil des modernen Gebäudes «Römerhof» in Buchs.

Die Aufregung auf Facebook ist gross: «Die reissen das letzte Monument ab, welches in Buchs an die Römerzeit erinnert», nervt sich ein User. Gemeint ist eine Mauer aus ungebrochenen Steinen, die seit über 60 Jahren beim Knoten Bühl-/Bachstrasse (beim Restaurant Burestube) steht.

Diese Mauer ist entzweigebrochen – offensichtlich durch Einwirkung einer Maschine. Aber nicht böswillig, wie sich her­ausgestellt hat. Bei Bauarbeiten hat man mit einem Bagger an einem Wurzelstock gerissen und dabei einen Teil der Mauer beschädigt.

Fundament eines römischen Gutshofes

Die Mauer hat einen Namen: Sie steht als «Römermauer Oberdorf» in der Liste der geschützten Kulturobjekte der Gemeinde Buchs. Es ist klar, dass sie wiederhergestellt werden muss – und niemand stellt das in Frage. Die «Römermauer» wird Teil der Umgebungsgestaltung des vor der Realisation stehenden Mehrfamilienhauses «Römerhof» sein.

Ein Schild an der Mauer weist darauf hin, dass es sich um ein Fundament eines römischen Gutshofes aus dem 1. Jahrhundert nach Christus handelt. Auf einem zweiten Schild steht, dass Arbeiter 1955 bei einer Strassenkorrektion auf Mauerreste gestossen sind. Diese seien eindeutig römischen Ursprungs.

In den Fünfzigerjahren ist die Mauer restauriert worden

«Ohne Zweifel stand da einst das Herrenhaus eines ausgedehnten römischen Gutshofes, errichtet im 1. Jahrhundert nach Christus von einer in Vindonissa stationierten Legion.» Vindonissa lag auf dem Gebiet des heutigen Windisch.

In den Fünfzigerjahren ist die Mauer von Archäologen in originaler Weise restauriert worden. Allerdings gibt es aus heutiger Sicht Zweifel an der Qualität der damaligen Restaurationsarbeiten.

Auf der Parzelle des einstigen landwirtschaftlichen «Römerhofs» (dazu gehörte auch der West-Parkplatz der «Bure­stube») soll ein modernes Wohngebäudes mit Namen Römerhof entstehen. Die Baubewilligung liegt vor.

Weil es sich um eine archäologische Verdachtsfläche handelt, finden aktuell entsprechende Grabarbeiten statt – unter Aufsicht von Archäologen.

Das moderne Wohnhaus wird sieben Eigentumswohnungen haben. Mit 2,5 bis 4,5 Zimmern zu Preisen zwischen 430'000 und 860'000 Franken. (uhg)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1